Castoren fast unbemerkt durch Erfurt

Castor mittags in Thüringen - nachmittags in Sachsen-Anhalt

Erfurt (dp) – Er kam, fuhr ein und wieder weiter - der Castor-Transport. Bei herrlichem Sonnenwetter sollte der „gehasste“ Castor gegen Mittag am Mittwoch, 16. Februar, die Landeshauptstadt passieren.

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Die Castoren rollten über den Erfurter Hauptbahnhof Richtung Norden ohne Störungen. © Foto: dp

Genau 15:11 Uhr war der lange Zug im Erfurter Bahnhof. Von Gegnern oder Demonstranten keine Spur; ein paar Polizisten locker-relaxt, mehrere Jugendliche, die mit sich selber beschäftigt waren, ein Dutzend Rentner und mehrere Pressefotografen. Unbemerkt und leise tauchte plötzlich der graue Zug auf, wie aus dem Nichts, und fuhr in aller Ruhe weiter - unbemerkt.

Drei Stunden zuvor hingegen, begaben sich rund sieben Aktivisten vom Bündis90/Grüne - teils zu Fuß, teils auf Fahrrädern - auf die vom Bahnhof etwa 400 Meter Luftlinie entfernte Fußgängerbrücke in der Schmidtstedter Straße, um ihren Protest kund zu tun.

Die Grünen, unter Führung von Astrid Rothe-Beinlich, packten ihre grünen Transparente auf die Brücke. Die Idee war gut – nur leider hat kaum jemand Notiz davon genommen. Nun gut, so soll hier der „Olympische Gedanke“ gezählt haben: Dabei sein ist alles.

Der Zug mit 60 Tonnen hochradioaktivem Atommüll hatte das Gelände der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe kurz vor vier Uhr am Dienstag, 15. Februar, verlassen. Die fünf Behälter mit 140 Glaskokillen wurden auf einer bis zum Schluss geheimgehaltenen Route nach Lubmin transportiert. 

Sachsen-Anhalt richtete sich für die Nachmittagsstunden auf den Transport ein. Das Innenministerium des Landes erwartet, dass der Zug die Landesgrenze bei Bad Kösen passiert und von dort aus über Halle, Magdeburg und Stendal weiter nach Norden rollen wird. Denkbar seien aber auch Alternativrouten. Wahrscheinlich wird der Zug, wie beim ersten Castor-Transport im Dezember 2010, wieder eine längere Pause in Magdeburg machen.

Castoren fast unbemerkt durch Erfurt gefahren

© Matthias Gränzdörfer / Salve TV

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