Jena (sho) - Der Mensch und seine Mikroben - eine innige Beziehung. Jeder Mensch ist besiedelt von Millionen und Milliarden Bakterien, Pilzen, teilweise auch Viren und Parasiten. Von dem Zusammenspiel zwischen Mikroorganismen und dem menschlichen Körper berichtet im Campus-Foyer der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Wanderausstellung „MenschMikrobe - Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung". Sie ist vom 30. Juli bis 10. September zu sehen.
Wanderausstellung an FSU: Infowände, Mitmach-Exponate und Audio-Features vermitteln Wissen über die Infektionsforschung.
© Foto: sho„Die Ausstellung widmet sich drei Fragen: Was sind Mikroben? Wie entstehen Infektionen? Wie lassen sich Seuchen kontrollieren?", sagte Kurator Dr. Martin Lindner. Vermittelt werden die Einblicke in das heutige Wissen über Bakterien, Viren und Parasiten mittels Informationswände mit integrierten Monitoren und interaktiver Exponate. Ein überdimensionales Stoffbakterium beispielsweise macht die Wirkungsweise von Antibiotika verständlich. Audio-Features erzählen zudem von sozialen und kulturellen Auswirkungen von Seuchen wie der Pest im Mittelalter.
„Infektionskrankheiten haben auch heute hohe Aktualität und das nicht nur in Entwicklungsländern, wo Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria eine sehr große Rolle spielen", berichtete Lindner, „sondern auch bei uns ist beispielsweise das Thema Krankenhausinfektion ein ungelöstes Problem und auch dem widmet sich die Ausstellung."
Die Schau richtet sich an ein breites Publikum und ist auch für Kinder geeignet. Begleitet wird sie von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Regelmäßig werden Führungen für Schulkassen und Besuchergruppen sowie allgemeinverständliche Abendvorträge von Jenaer Infektionsforschern zu aktuellen Themen der Infektionsmedizin angeboten. Die Vorträge finden jeweils donnerstags um 18 Uhr auf dem Uni-Campus statt. Der Eintritt ist kostenlos.
Ins Leben gerufen wurde die Ausstellung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Robert-Koch-Institut. Anlass war der hundertste Todestag von Robert Koch, dem Mitbegründer der modernen Bakteriologie, im Mai 2010. Seither reist die Schau durch Deutschland. An den bisherigen Standorten in Berlin, Bonn oder Hamburg sei sie von insgesamt 47.000 Personen quer durch alle Altersgruppen besucht worden. Nach der Präsentation in Jena wandert sie weiter ins Deutsche Museum in München.
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