Mit Bundespräsident Christian Wulff in Bonn

Feierlicher Abschluss des BürgerForums mit Teilnehmern aus Wartburgkreis

Wartburgkreis/Bonn (sj) - Am 28. Mai haben Bürger aus den 25 Städten und Landkreisen ihre regionalen Programme für politische Reformen dem Bundespräsidenten überreicht. Eine 15-köpfige Delegation aus dem Wartburgkreis war mit dem Landrat beim feierlichen Abschluss im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages in Bonn dabei. Wulf war beeindruckt vom Engagement und den Ideen der Teilnehmer. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Ergebnisse des Forums einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland leisten können.

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Die Delegation aus dem Wartburgkreis mit Landrat Reinhard Krebs (Mitte)

© Foto: lra

Landrat Krebs dankte den Teilnehmern für die engagierte Mitarbeit. Die Ergebnisse seien vielfältig, konkret und spannend und würden einen guten Einblick in die Erwartungen und Wünsche der Bürger an die Politik geben. Alle Entscheidungsträger seien aufgefordert, diese Anregungen ernst zu nehmen und in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen. Das BürgerForum ist eine Initiative von Bundespräsident, Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung und der 25 Partnerregionen. Das Projekt soll einen Beitrag leisten, um die Menschen in Deutschland wieder für Politik zu begeistern und sie zu motivieren, ihre Ideen aktiv einzubringen sowie miteinander zu diskutieren. Unter „Zukunft braucht Zusammenhalt – Vielfalt schafft Chancen" waren bundesweit 10.000 Menschen eingeladen, an einem der größten Bürgerbeteiligungsprojekte in der BRD mitzuarbeiten. Im Wartburgkreis haben bis zu 400 Bürger vor Ort und auf einer Internetplattform diskutiert und Ideen entwickelt, wie der Zusammenhalt in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft gestärkt werden kann. Es gab konkrete Vorschläge für sechs Themenfeldern Bildung, Demografie, Demokratie und Beteiligung, Familiäre Lebensformen, Integration, Solidarität und Gerechtigkeit. Aus den 150 Lösungsvorschlägen wählten die Teilnehmer sechs Vorschläge aus. Bei der Bildung ist man gegen die schul- und bildungspolitische Kleinstaaterei und für bundeseinheitliche Standards.
Bie der Demografie wird auf ein besseres Zusammenleben von jungen und alten Menschen abgezielt. Bei Demokratie und Beteiligung werden mehr Transparenz und stärkere Einbindung der Bürger in politische Entscheidungsprozesse empfohlen. Bei „Familiären Lebensformen" müsste die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werden. Bildung und Sprachförderung seien die zentralen Schlüssel zur Bewältigung von Eingliederungsproblemen war man sich einig. Bei Solidarität und Gerechtigkeit fordern viele die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes bzw. eines bedingungslosen Grundeinkommens. Andere Lösungsansätze beschäftigen sich mit der Verankerung von moralischen Werten und ethischen Grundsätzen im Wirtschaftsleben oder einer breiteren Finanzierungsbasis für die Sozialsysteme. Zu jedem Komplex gab es konkrete Vorschläge für die Umsetzung.

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