Suhler Ortsteil Goldlauter

Feuer zerstört Wohnhaus

Suhl (Feuerwehr/sg) - Am 14. Mai brach kurz nach 14.00 Uhr im Suhler Ortsteil Goldlauter ein Feuer aus. Ausgangspunkt des Brandes war augenscheinlich ein Schuppen, welcher in unmittelbarer Nähe eines frisch sanierten Wohnhauses stand. Um 14.15 Uhr ging der Notruf in der Rettungsleitstelle Suhl ein. Die Anruferin berichtete bereits von einem lichterloh in Flammen stehenden Schuppen und dass das Feuer bereits auf das Wohnhaus übergreift.

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Feuer zerstört Wohnhaus

© Foto: Feuerwehr Suhl

Sofort wurden die örtliche Feuerwehr Goldlauter sowie die hauptamtliche Wache und zwei weitere Freiwillige Feuerwehren der Stadt Suhl alarmiert. Schon fünf Minuten nach der Alarmierung der Feuerwehr waren die ersten Beiden Kameraden der Ortsfeuerwehr am Ort des Geschehens. Sie kümmerten sich zunächst um das Wichtigste: die Räumung des Gebäudes und die Versorgung der Bewohnerin. Ein Löschfahrzeug stand der Wehr unterdessen nicht zur Verfügung, da sich dieses zum Zeitpunkt des Brandes als Ersatz bei der Tunnelfeuerwehr im Einsatz befand. Nur vier Minuten später traf die Verstärkung aus der Stadt Suhl ein. Bereits 11 Minuten nach Alarmierung waren 13 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Deren Zahl erhöhte sich in der weiteren Folge auf 40 Kameraden. Alle Wehren der Stadt Suhl, mit Ausnahme der Wehr des entfernten Ortsteils Vesser, sowie die dienstfreien Kräfte der Hauptwache, waren im Einsatz.

Bereits bei Ankunft der Kameraden hatte das Feuer auf das Wohnhaus übergegriffen. Der Schuppen, in dem der Brand ausbrach, war schon vollständig zerstört. Die Löscharbeiten in dem Wohnhaus hatten nun absolute Priorität. Dies gestaltete sich aber als äußerst schwierig. Genau an der Brandstelle ist die Anliegerstraße sehr eng. Die Durchfahrtsbreite beträgt kaum vier Meter. Zu allem Überfluss verliefen direkt über der Straße Stromleitungen. Dies verhinderte in der Anfangsphase den Einsatz der Drehleiter. Der örtliche Energieversorger war jedoch augenblicklich zur Stelle. „Die Zusammenarbeit hat super funktioniert. Der enge Kontakt, den die Feuerwehr Suhl zu dem Versorgungsunternehmen bereits in der Vergangenheit pflegte, hat sich hier wieder bestens bewährt.“, meint Feuerwehrsprecher Daniel Wiegmann. Für die Löschmaßnahmen mussten die Leitungen gekappt werden, eine Vielzahl von Haushalten hatte dadurch bis ca. 18.00 Uhr keinen Strom.

Indes fraß sich das Feuer unter der mit Schiefer verkleideten Fassade bis in den Dachstuhl empor. Die gedämmte Fassade führte zu einem enormen Hitzestau in dem Gebäude. Die im Inneren des Gebäudes eingesetzten Kameraden mussten die Löschversuche aufgrund der enormen Hitze zunächst abbrechen. Zum Glück, wie sich wenige Sekunden nachdem sie das Gebäude verließen, herausstellte. Durch den enormen Wärmestau entlud sich die gespeicherte Energie explosionsartig. Es kam zu einer Verpuffung. Durch das umsichtige und wohlüberlegte Verhalten der Kameraden kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Ein Herankommen an den Brand von außen stellte die Feuerwehr ebenfalls vor einige Probleme. „Das Löschwasser perlte an den Schiefern einfach ab.“, erklärt Wiegmann die Situation. „Zu allem Überfluss drückten die Windverhältnisse den beißenden Brandrauch immer wieder nach unten auf die Straße.“ Zeitweise verhüllte er die 13 Feuerwehrfahrzeuge vor Ort minutenlang. An der Fassade mussten die Kameraden mehrere Öffnungen schaffen. Eine mühselige, höchst anstrengende Arbeit für die Feuerwehr. Größtenteils ging dies nur mit Axt in Handarbeit. Unterdessen ein ähnliches Bild auf dem Dach des Hauses. Auch das war mit Schiefer gedeckt. Unter höchster Anstrengung und Gefährdung begaben sich die Einsatzkräfte auf das brennende Dach und schafften Öffnungen. Hier kam auch eine, erst im letzten Jahr beschaffte, spezielle Kettensäge zum Einsatz. Dieses, rund 1.500 Euro teure Gerät macht auch kleinere metallische Gegenstände, wie Nägel, nichts aus. „Jede andere Säge hätte wohl hoffnungslos versagt.“, meint Wiegmann.
Trotz aller Mühe nahm das Gebäude größten Schaden. Die hintere Fassade ist komplett durchgebrannt, das Dach zerstört. Außerdem richtete das Löschwasser nicht unerheblichen Schaden an. Bis 19.30 Uhr zogen sich die Löscharbeiten hin. Damit war die Arbeit für die Kameraden aber noch lange nicht erledigt. Bis zum Morgen des folgenden Tages stellte die Ortsteilfeuerwehr Goldlauter eine Brandwache. Besondere Vorkommnisse waren jedoch nicht mehr zu vermelden. Zur Klärung der Brandursache hat die Polizei noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen aufgenommen.

Ortsteilfeuerwehr hatte nur Ersatzfahrzeug
Ausgerechnet bei dem größten Brandereignis seit einigen Jahren im Ortsteil Goldlauter hatte die örtliche Feuerwehr Goldlauter nur ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung. „Die beiden Kameraden, die sofort nach dem Alarm bereit standen, haben trotzdem vorbildlich reagiert.“, lobte Wiegmann den Einsatz. „Sie haben sich sofort um die Bewohnerin gekümmert und sich vergewissert, dass das Gebäude geräumt ist. Außerdem konnten sie noch den Pkw, welcher in der Garage stand, retten. Die Kameraden haben ihre Aufgabe vorbildlich erfüllt.“ Auf das Schadensausmaß hat der Umstand des fehlenden Löschfahrzeuges keinen Einfluss gehabt. Der Brand hatte bereits auf das Wohnhaus übergegriffen. Auch dies meldeten die Goldlauterer Kameraden bereits über Funk. Die Löschwasserversorgung war an dieser Stelle optimal. Ein leistungsfähiger Hydrant war keine 50 Meter entfernt. Für die weiteren Löschmaßnahmen wurde eine von der Ortsfeuerwehr bereits vor einigen Monaten vorbereitete Entnahmestelle an der Lauter eingerichtet.

„Natürlich ist der Umstand des fehlenden Löschfahrzeuges für uns nicht optimal. Dennoch ist dies die einzige Lösung, um den Ausfall eines Fahrzeuges bei der Hauptwache oder der Tunnelfeuerwehr kompensieren zu können.“ Derzeit ist das Fahrzeug der Ortsteilwehr als Ersatzfahrzeug bei der Tunnelfeuerwehr eingesetzt. Das Löschfahrzeug der Tunnelfeuerwehr musste mit einem Defekt in die Werkstatt des Herstellers gebracht werden. „Auch bei der Tunnelfeuerwehr oder gegebenenfalls bei der Hauptwache ist das Ersatzfahrzeug nur ein schlechter Kompromiss, um die Einsatzbereitschaft gewährleisten zu können. „Doch bei einem Anschaffungspreis von mehr als 350.000 Euro können wir auch nicht extra ein Fahrzeug vorhalten, welches für einen solchen Fall als Ersatz bereit steht. Im Fokus steht für uns immer die Sicherheit aller Einwohner und Gäste der Stadt Suhl, einschließlich der Tunnelnutzer. Dies ist der Auftrag, den uns der Gesetzgeber übertragen hat.“, erklärte Wiegmann die spezielle Situation. „Mit der hier gefundenen Lösung können wir den Auftrag erfüllen, ohne an der Sicherheit für alle Suhler Abstriche machen zu müssen. Auch die Einwohner Goldlauters müssen sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen. Wir schaffen es trotzdem in weniger als 10 Minuten jeden Winkel des Ortsteiles zu erreichen.“ Dieser Lösung ging im Vorfeld ein umfänglicher Prüfungsprozess voraus. Alle Möglichkeiten wurden dabei beleuchtet. Dabei ergab sich die derzeitige Regelung als beste Alternativlösung. „Die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr Goldlauter ist uns dabei natürlich genauso wichtig. Immerhin stellt sie für die Feuerwehr Suhl eine wichtige Personalreserve im gesamten Stadtgebiet dar. Außerdem ist die besondere Ortskenntnis der Kameraden für uns von unschätzbarem Wert. Daher steht der Wehr für den Zeitraum ein Fahrzeug zur Verfügung, um wenigstens die Einsatzkräfte zur Einsatzstelle bringen zu können.“ Ihre Leistungsfähigkeit hat die Ortswehr auch bei diesem Brandereignis wieder unter Beweis gestellt. Insbesondere die Brandwache in den Abend- und Nachtstunden beweist dies auf beeindruckende Art und Weise.

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