Erinnerung an Holocaust-Opfer

Gedenkstein vorgestellt

Helmarshausen (brv) - Der Heimatverein Bad Karlshafen hat an der Krukenburg einen Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Bad Karlshafen und Helmarshausen der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Magda Thierling im Vordergrund bei ihrem Vortrag: (v.l.) Harry Oberländer, Christian Schäfer, Pfarrer Daniel Fricke, Bürgermeister Ullrich Otto, Dieter Steinbrecher und Willi Scheele.

© Foto: privat

Auf zwei Tafeln befinden sich die Namen von 23 ehemaligen Einwohnern dieser beiden Weser-Diemelorte, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden oder vor ihrer Deportation in den Freitod gingen. Die Errichtung dieses Steins ist der Abschluss einer über zwanzigjährigen Forschungsarbeit.
Begonnen wurde sie von Bernhard Schäfer, der 1993 eine Schrift über die jüdischen Mitbürger Karlshafens zusammengestellt hatte. Der Plan, auch die jüdischen Familien aus Helmarshausen mit einzubeziehen, konnte zu diesem Zeitpunk noch nicht verwirklicht werden.
Im Jahr 2010 ergab sich eine Verbindung zu Magda Thierling, die sich schon seit längerer Zeit mit dem Schicksal jüdischer Familien in verschiedenen Orten des Altkreises Hofgeismar auseinandergesetzt hatte und eine Arbeit über die ehemalige jüdische Bevölkerung Helmarshausens veröffentlichen wollte. Im Jahr 2013 erschien im Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer das Buch „Vergessene Geschichte. Jüdisches Leben in Helmarshausen und Karlshafen“ von Magda Thierling, herausgegeben vom Heimatverein Bad Karlshafen.

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Der Gedenkstein.

© Foto: privat


Schließlich war es jetzt möglich, einen Gedenkstein unterhalb der Krukenburg aufzustellen, an einem Weg, den auch die jüdischen Einwohner aus Karlshafen regelmäßig gingen, um die Gottesdienste in der Synagoge der alten Klosterstadt Helmarshausen zu besuchen – auch, um sich dort mit ihren Verwandten und Freunden zu treffen.
Das Mahnmal wurde der Öffentlichkeit im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier vorgestellt, auf der Harry Oberländer, Geschäftsführer des hessischen Literaturforums, eine Ansprache hielt. Ein vor den Anwesenden verlesenes Grußwort von Dr. Dan Frank, einem in Israel lebenden Nachkommen der jüdischen Familie Königsthal aus Bad Karlshafen, hinterließ bei den Gästen einen nachhaltigen Eindruck. Magda Thierling erinnerte zum Schluss an den alten, unterhalb dieses aufgestellten Gedenksteins liegenden jüdischen Totenhof, der 1936 auf Betreiben der örtlichen NSDAP an die Stadt verkauft werden musste und seit der Zeit als Gartenland genutzt wird.
Der Stein steht hier, an diesem Ort - oberhalb der alten jüdischen Ruhestätte - zum Gedenken an die jüdischen Opfer aus Karlshafen und Helmarshausen, für die es kein Grab gab.

 

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