Ehemaliges KZ Majdanek im Fokus der Meininger Zeitzeugengespräche

Gespräche mit Zeitzeugen

Meiningen (tk) - Auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die einstigen Verbrechen des Nationalsozialismus nichts von ihrem Schrecken verloren. Eine seltene Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten bieten die Meininger „Zeitzeugengespräche“, die in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfinden. Am morgigen Donnerstag, den 19. April 2012 werden sie eröffnet.

Bild anzeigen

Auch im letzten Jahr war im Rahmen der Meininger Zeitzeugengespräche eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen aus der NS-Zeit zu sehen.

© Foto: Tina Kwiatkowski / Archivbild

Organisiert vom Eine-Welt-Verein Meiningen, der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen, dem Meininger Bündnis für Demokratie und Toleranz, der Kunst- und Kreativschule sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung widmen sich die Meininger Zeitzeugengespräche alljährlich Menschen, die die Gewaltherrschaft des NS-Regimes überlebten. In diesem Jahr steht das ehemalige polnische Konzentrationslager Majdanek im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Hierfür werden zwei Überlebende des einstigen KZs und ein Augenzeuge der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz von ihren Erlebnissen berichten.

Sie werden ihre Gespräche am Donnerstag und Freitag an verschiedenen Schulen der Region beginnen. Nikolai Politanow, der einer der ersten Augenzeugen bei der Befreiung von Auschwitz war, wird außerdem am Freitag ab 19.00 Uhr in der Volkshochschule Meiningen gemeinsam mit Schülern des Meininger Henfling-Gymnasiums aus seinem noch unveröffentlichten Buch „Meine Augen vergessen nicht“ lesen. Offiziell eröffnet werden die diesjährigen Zeitzeugengespräche allerdings erst am Samstag: Nach einigen begrüßenden Worten werden die drei Zeitzeugen Urzula Grinn, Andrzej Kotlarski und Nikolai Politanow ab 15.30 Uhr in der Volkshochschule erneut zu einer Gesprächsrunde zusammenkommen. Im Anschluss daran soll gegen 16.00 Uhr die Wanderausstellung „Kinder im Krieg“ eröffnet werden, die Zeichnungen polnischer Kinder zum ersten Jahrestag der Befreiung Polens zeigt. Außerdem ist in der Meininger Volkshochschule auch eine mehrteilige Rauminstallation zu sehen, die Schüler des Henfling-Gymnasiums unter dem Leitmotiv „Das hätte mich auch treffen können“ gestalteten.