Rudolstadt (cb) - Für den Ernstfall probten rund 500 Einsatzkräfte und Beobachter am vergangenen Wochenende im Tunnel Schaala. Auch wenn es nur eine Übung gewesen war, blieb bei allen Beteiligten ein beklemmendes Gefühl zurück.
Es war die erste Havarieübung, welche seit Inbetriebnahme des Pörzbergtunnel im Jahr 2010 durchgeführt wurde. Das so realistisch wie möglich gestaltete Szenario sah einen Großeinsatz nach einem schweren Verkehrsunfall vor, bei dem insgesamt 73 Personen von den Rettungskräften betreut werden mussten, wobei der Verkehr für mehrere Stunden weiträumig umgeleitet wurde.
Das "Drehbuch" sah auch einen Motorradfahrer vor, der den schweren Unfall nicht überlebte
© Foro: cbDer Fachdienst Brand - und Katastrophenschutz des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt führte in Zusammenarbeit mit der Zentralen Betriebsleitzentrale der Thüringer Straßentunnel und dem Sicherheitsbeauftragten der Tunnel, Frank Steiner, eine große Havarieübung durch.
Zu diesem Zweck wurde auch eine großräumige Umleitung aktiviert, die für den Ernstfall vorgesehen ist. Der Verkehr wurde um Schaala und Eichfeld umgeleitet, damit die Einsatzkräfte die Anfahrtsstrecke durch die beiden Orte nutzen konnten.
Kurz nach 9.00 Uhr erfolgte die Alarmierung. Im Tunnel erklang eine Stimme der Tunnelzentrale in Zella Mehlis: „Die Einsatzkräfte sind alarmiert. Bitte bewahren sie Ruhe.“
Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die rund 70 Unfallmimen fertig geschminkt und auf ihren angedachten Positionen sein. Wie schon bei den früheren Übungen im Tunnel übernahm diese Herausforderung die Gruppe „Realistische Unfalldarstellung in Thüringen“ des DRK-Landesverbandes.
Ein umfangreiches „Unfalldrehbuch“ hatte jedem Darsteller eine detailgetreue Rolle geschrieben, welche nicht selten auf einer wahren Begebenheit basierte. Das Skript sah für diesen Großeinsatz einen Busunfall vor, in welchem weitere zehn PKW involviert waren.
Fünf Tote, 20 schwer Verletze sowie 48 leicht verletzte und betroffene Personen galt es für die rund 400 Rettungskräfte, Feuerwehren und Polizisten zu versorgen und zu bergen. Dazu gehörte genauso, dass eingeklemmte Unfallopfer aus ihren Fahrzeugen befreit, wie unter Schock stehende Menschen beruhigt werden mussten.
Nach knapp zwei Stunden war die die Erstversorgung im Tunnel abgeschlossen, sodass die Verletzten auf die verschiedenen Versorgungsplätze am Tunnel gebracht werden konnten, um dort die weitere Betreuung und Behandlung zu gewährleisten.
Allein über 330 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsdienste aus dem Landkreis waren in dieses Szenario involviert. Darüber hinaus war erstmals die SEG Schnell-Einsatz-Gruppe aus Kronach beteiligt. Auch die örtliche Polizei hat mit über 50 Mann an der Übung teilgenommen.
Die Rettungssanitäter des DRK´s Saalfeld und Rudolstadt sowie die Johanniter Unfallhilfe übernahmen die Patientenversorgung vor Ort.
Zusammen mit dem Schminkteam, Unfalldarstellern, offiziellen Beobachtern und Schiedsrichtern waren so über 500 Frauen und Männer im Laufe der Übung beteiligt.
500 Einsatzkräfte, Feuerwehren und die Polizei des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt probten in einer groß angelegten Tunnelübung für den Ernstfall.
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