Hessisches Kinderförderungs-Gesetz - Ein Flop für die Kommunen

Hofgeismar (IS) - Seit 2014 gibt es das Hessische Kinderförderungs-Gesetz, kurz KiföG, in dem die Tatbestände der Landesförderung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege im Hessischen Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzbuch gebündelt werden.

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So unbeschwert könnten die Kinder in den Hofgeismarer Kindertageseinrichtungen nicht mehr spielen, würde die Stadt beim Hessischen Kinderförderungs-Gesetz einsteigen. Kinder der Tagesstätte "Adolf-Häger-Straße" mit Kindergartenleiterin Eva Rau.

© Foto: Seidenstücker

Doch von nahem betrachtet erweist sich diese Förderung als Flop. So sieht es Bürgermeister Markus Mannsbarth und nennt triftige Gründe dafür. "Das KiföG wurde als Heilsbringer für die Kommunen angepriesen, in Wahrheit würde die Qualität der Kindertageseinrichtungen aber massiv leiden", gibt er seiner Enttäuschung Ausdruck. Deshalb wird die Stadt Hofgeismar beim KiföG nicht einsteigen. "Uns ist die Erziehung unserer Kinder deutlich mehr wert, wie es das KiföG vorsieht", so der Bürgermeister.

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Dank eines ausgeglichenen Haushalts ist Hofgeismar in der Lage beim KiföG nicht einzusteigen. (V.l.) Hauptamtsleiter Wilfried Eckart, Kita-Leiterin Eva Rau und Bürgermeister Markus Mannsbarth.

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Dies befürwortet auch Kindertagesstättenleiterin Eva Rau. So wurden dem Gesetz zur Förderung Zahlen zugrunde gelegt, die fern der Realität seien, berichtete sie. Auch sieht das Gesetz keine Freistellung für die Kita-Leitung vor. Geht man von den Entwicklungszahlen der nächsten zwei Jahre aus, so ist eine deutliche Tendenz zu weiniger Kindern erkennbar.
"Würden wir die Hessische Förderung in Anspruch nehmen, würde der Standard der Hofgeismarer Kindergärten deutlich schlechter", so der Fazit von Mannsbarth und Rau. Aufgrund der vom Landkreis geforderten Zahlen an den Hofgeismarer Kitas, würden nach dem KiföG rund 18 Stunden der Kinderbetreuung wegfallen.
Rau: "Die Kita-Leiterinnen sind sehr froh, dass die Stadt Hofgeismar den Tagesstätten Sicherheit gibt".
Zudem, gibt der Bürgermeister zu bedenken, würde man das KiföG-Pauschalsystem in Hofgeismar anwenden, wäre die große Flexibilität durch das bestehende Modulsystem nicht mehr möglich, ganz abgesehen vom Erziehungsauftrag, der ebenfalls sehr darunter leiden würde. Mannsbarth sieht die Kommunen diesbezüglich vom Land im Stich gelassen und findet es kontraproduktiv in Hinblick auf die Zuwanderung junger Familien.

Schließung einer Gruppe

Natürlich macht die rückläufige Entwicklung der Kinderzahlen auch vor Hofgeismar nicht halt. So sind die Plätze der städtischen Tagesstätten, Am Anger, Adolf-Häger-Straße und Hombressen derzeit alle besetzt, doch geht die Zahl der Neuanmeldungen zurück. Sodass nach den Sommerferien, wenn die Schulanfänger weg sind, 26 Plätze nicht belegt sind. "Deshalb haben wir uns entschlossen eine Gruppe in der Kita Hohes Feld zu schließen", so der Bürgermeister. Allerdings soll dies schonend gestaltet werden und es sollen auch keine Stellen abgebaut werden. Kinder, wie Gruppen werden neu aufgeteilt. Zudem bekommen die Gruppen neue Namen und auch die Erzieherinnen werden neu zugeteilt.

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