Unfallschwerpunkte und Zahlen

Jahresstatistik der Verkehrsunfälle

Suhl (sg) - Nur schnell noch Einkaufen, die grüne Welle erwischen, der Beifahrer erzählt etwas und plötzlich ist man unaufmerksam und es kommt zum Unfall. Aber wo sind die Unfallschwerpunkte der Stadt Suhl? Die Kreuzungen liegen hier an erster Stelle. Die Polizei und das Ordnungsamt haben eine Statistik des vergangenen Jahres herausgegeben, die die Unfälle, die Schwerpunkte und, wenn möglich, Ursachen zusammen stellt.

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Frau Nicolai von der PI Suhl, Frau Luther, Leiterin des Ordnungsamtes und Herr Preiß von der PI Suhl

© Foto: sg

Waren es im Jahr 2010 noch 1.682 Unfälle sank die Zahl um sechs Prozent auf 1.578 Unfälle. Darunter zählen Verkehrsunfälle mit niedrigem Sachschaden im Jahr 2011 1.363 (acht Prozent weniger als im Vorjahr), 51 Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden (mindestens ein Fahrzeug muss abgeschleppt werden), das sind 14 Prozent weniger und 164 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, hier gab es im Vergleich zum Jahr 2010 einen Anstieg um 21 Prozent. Die Anzahl der verletzten Personen stieg ebenfalls auf 194 Personen, welches ein Anstieg von 18 Prozent entspricht. Auch bei den getöteten Personen gab es einen leichten Anstieg, 2010 war es eine Person, 2011 zwei.

Die Hauptunfallursachen sind Geschwindigkeit, Vorfahrt und Vorrang, Alkohol, Abstand und Überholvorgänge. Auch eine Rangfolge der Wochentage und Monate wurde aufgestellt. So waren die meisten Unfälle am Sonntag zu verzeichnen, dicht gefolgt vom Freitag und Samstag. In den Monaten Juni, August und Oktober schepperte es in dieser Rangfolge. Bei den Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern, wie Mofa und Moped wurden 10 Unfälle im Jahr 2011 gemeldet, bei denen fünf Personen verletzt wurden. Bei den Motorrädern sind es 31 Unfälle, ein Anstieg um 24 Prozent zum Vorjahr. 24 Personen wurden verletzt, eine Person wurde getötet. Auch bei den Radunfällen ist eine Steigerung zu verzeichnen. 23 Unfälle sind gezählt worden, ein Anstieg um 28 Prozent zum Jahr 2010. Und die Fußgänger wurden auch nicht verschont. 25 verletzte Personen (ein Plus von 14 Prozent) mussten behandelt werden. Ursachen sind unter anderem das falsche Überqueren der Straße, so die Polizei. Bei den Schulwegunfällen wurde im Jahr 2011 ein Kind verletzt. Im Schülerverkehr öffnete ein Mitschüler während der Fahrt die hintere Flügeltür und da stürzte das Kind aus dem Bus. Mit Schürfwunden kam der Schüler davon.

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort hat im Jahr 2011 abgenommen. Waren es noch 2010 404 Stück dieser Art von Unfällen, so ereigneten sich 2011 367 dieser Unfälle. Davon wurden 159 angezeigte Unfallfluchten aufgeklärt. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 43,32 Prozent. Aber eine ganze Reihe der Unfälle passiert in der Zeit zwischen 18.00 Uhr und 05.00 Uhr auf einem Parkplatz wo zum Beispiel die Stoßstangen gerammt werden, man aber keine Hinweise oder Zeugen finden kann. Zwar weiß man, dass man nicht Auto fahren sollte, wenn man etwas getrunken hat, doch im Jahr 2011 wurden bei Verkehrskontrollen 140 folgenlose Trunkenheitsfahrten festgestellt. Das sind 25 Prozent mehr als im Jahr 2010. 21 Feststellungen von Drogen wurden bei Verkehrskontrollen im Jahr 2011 getroffen. Das ist ein Anstieg um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Aufschlüsselung der Kreuzungen
An der Senfte Kreuzung waren sechs Unfälle gemeldet. An der Viaduktkreuzung wurden elf Unfälle gezählt, darunter ein Unfall mit einem Schwerverletzten. Die Einmündung Werner- Seelenbinder- Straße hatte neun Unfälle zu verzeichnen, darunter Verkehrsunfälle mit Personenschaden, vier Leichtverletzte. Die Auffahrunfälle aus Richtung Zella- Mehlis waren vorherrschende Gründe, dass es an der Einmündung zum Lauterbogencenter gekracht hatte. An der Kreuzung Neues Rathaus schepperte es 14 Mal im Jahr 2011, auch hier war eine leicht verletzte Person zu verzeichnen. Die Einmündung Alte Intertank blieb mit 15 Unfällen im Jahr 2010 und 2011 konstant. Eine leicht und eine schwer verletzte Person sind aber auch hier in der Statistik enthalten. Nach der Einmündung Alte Intertank bis zur Gemarkungsgrenze Stadt Suhl wurden insgesamt 17 Unfälle gemeldet, ein Schwer- und vier Leichtverletzte sind aufgeführt. Von der Gemarkungsgrenze Stadt Suhl- Wichtshausen bis zur Kreuzung Viadukt blieb die Zahl der Verkehrsunfälle konstant bei 56 Unfällen im Jahr 2010 und 2011. Sieben Leicht- und ein Schwerverletzter wurden gemeldet. Die Kreuzung Hopfenblüte ist mit elf Unfällen aufgelistet. Hier sind drei Leichtverletzte zu verzeichnen. Von der Gemarkungsgrenze Stadt Suhl aus Richtung Schmiedefeld bis zur Einmündung Alte Intertank sind die Wildunfälle zurückgegangen. Verkehrsunfälle waren es 25 mit vier Leicht- und einem Schwerverletzten. In Suhl Nord hat der Verkehr zwar abgenommen sowie die Unfälle, im Jahr 2011 waren es 45 Stück, Vergleich 2010 66 Stück, dafür stieg die Zahl der Verletzten. Vier Schwer- und acht Leichtverletzte sind gemeldet. Im Wohngebiet Himmelreich krachte es 31 Mal, im Jahr 2010 waren es noch 51 Unfälle. Hier sind viele Parkplatzunfälle zu verzeichnen bei der Rewe und dem „Gelben Koffer“. Viele weitere Parkplatzunfälle sind im Wohngebiet Döllberg mit der Suhler Schweiz zu verzeichnen. Auf dem Gelände des Klinikums sind viele Unfälle mit Sachschaden zu verzeichnen, exakt 22 Stück. Die Nebenstraßen sind eng, ebenso das Parkhaus und die Parklücken. Mit 48 Unfällen insgesamt blieb die Zahl konstant zum Jahr 2010. Zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte sind in der Statistik aufgeführt. Im Wohngebiet Lautenberg mit Linsenhof wurden 42 Unfälle gezählt, im Jahr davor waren es noch 74. Auch einen Rückgang an Unfällen gab es im Wohngebiet Friedberg mit Neuem Friedberg und Gewerbegebiet. Hier krachte es 26 Mal, darunter zwei leicht verletzte Personen. In Suhl- Goldlauter- Heidersbach mit der Lauter wurden 29 Unfälle gezählt. Im Jahr davor kamen noch 33 Unfälle zustande. Doch die größte Unfallzahl hat immer noch das Stadtzentrum und Suhl Mitte. Mit 225 Unfällen gab es sogar eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr mit 191 Unfällen. Viele Unfälle sind auch hier bei den Parkplätzen zu verzeichnen. Die Unfallfluchten sind hoch. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt zwei und die Zahl der Leichtverletzten acht.

Bildung und Unfälle
Das Webportal Auto.de hat eine eigene Statistik zum Thema Bildung und Unfälle erstellt. Darin heißt es Autofahrer mit mittlerem Bildungsstand verursachen deutlich weniger Unfälle, als solche, mit hohem oder niedrigem Bildungsstand. Es wurden 121 Polizeidienststellen befragt. Laut dieser Auswertung stehen Koblenz, Düsseldorf und Hof ganz weit oben im „Crash- Ranking“. Über 4.000 Unfälle pro 100.000 Einwohner sollen dort zusammen kommen. Zum Vergleich, der Bundesdurchschnitt liegt bei 3.121 Unfällen. Und jetzt Trommelwirbel! Suhl, ja unsere Heimat zählt zu den vorbildlichsten Verkehrsteilnehmern, Heide und Verden zählen ebenfalls in die Kategorie.

Um den Zusammenhang zu ermitteln, glichen die Forscher die Polizeistatistiken mit dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes ab. Das Ergebnis lautet wie folgt: Klugheit schützt vor Unfällen nicht. Demzufolge kracht es in Städten, wo überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger das Abitur oder einen Hochschulabschluss haben, mehr. Tja, viel im Hirn kann leider auch ablenken. Aber man muss auch anhängen die Studie sagt weiter die „Bildungselite“ fährt weder besser noch schlechter als Menschen mit niedrigem Bildungsstand, wie Sonder- oder Hauptschulabschluss. Laut der Studie sind wir Suhler also mit überdurchschnittlich mittlerem Bildungsstand gesegnet, welches uns laut Auto.de zu „Verkehrsvorbildern“ macht.

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