Jena fördert den ersten Bau einer Biogasanlage in der San Marcos

Kochen mit Biogas statt mit Brennholz - Stadtwerke geben Unterstützung

Jena (anw) - Matthias Jänicke ist ein Fuchs in Sachen Energieerzeugung und Umwelttechnik. Doch auch für den erfahrenen Mitarbeiter der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck gibt es immer wieder Neues zu erleben, das er nicht für möglich gehalten hätte.

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Die Mülldeponie von San Marcos, wie zu lesen auch mit Geld aus Jena finanziert, ist ausgelastet. Ein Teil des Biomülls soll nun in einer Kochgasanlage verarbeitet werden.

© Fotos: privat/Montage: CMAC

So in San Marcos geschehen. Jänicke gehörte zur Jenaer Delegation, die die nicaraguanische Partnerstadt kürzlich besuchte. Die Stadtwerke hatten sich bereits in der Vergangenheit an Projekten für häusliche und dörfliche Energieerzeigung engagiert. Nun soll in San Marcos eine Biogasanlage entstehen. Der Betriebstart soll Mitte 2012 erfolgen.

„Zuerst musste ich von den deutschen Standards heruntergehen. Die sind dort nicht zu realisieren", berichtete Jänicke. Was er zu Beginn der Idee für nicht realisierbar hielt, könnte jetzt entstehen: eine Biogasanlage zur Produktion von Kochgas, mit der eine neues Wohngebiet mit 40 Häusern beliefert werden soll. Drei Stahlbehälter, die von einer nicaraguanischen Firma geliefert werden können, werden am Rande der Siedlung im Boden verankert. In den ersten kommt der Bioabfall, dazu Mikrobenkulturen, das entstehende Gas wanderte in die beiden anderen Behälter und schließlich in die Wohnungen. Die Hausbewohner bezahlen für das Gas, das den noch weit verbreiteten Brennstoff Holz ablösen soll.

Die Stadtverwaltung von San Marcos unterstütze laut Dr. Ralf Hedwig, Vorsitzender des Eine Welt Haus e.V., das Vorhaben. Die Stadt Jena wiederum habe, so OB Albrecht Schröter (SPD), der die Delegation geleitet hatte, für dieses neue Partnerschaftsprojekt 24.100 Euro bereitgestellt. Der Stadtrat hatte vor einem Jahr beschlossen, pro Jahr 0,02 Prozent vom städtischen Gesamtetat für Projekte mit den Partnerstädten zur Verfügung zu stellen.

Die auch mit Jenaer Geldern eingerichtete Mülldeponie ist ausgelastet, San Marcos muss seinen Abfall mittlerweile in eine andere Kommune liefern. Weniger Mülltransport spart der Kommune Kosten. 70 bis 80 Prozent des häuslichen Abfalls sind organischer Natur. An Nachschub für die Biogasanlage herrscht also kein Mangel, weitere Anlagen könnten folgen. Jänicke teilte mit, im nächsten Jahr werden zwei junge Ingenieure aus Nicaragua nach Jena kommen und in den Stadtwerken für die Biogasanlage fit gemacht.

Zur Jenaer Delegation gehörten erstmals mit Mario Schmauder (CDU) und Martina Flämmig-Winckler (Die Linke) zwei Stadträte - Koalition und Opposition waren also gleichrangig vertreten. Das Stadtparlament hatte entschieden, bei offiziellen Reisen des OB in die Partnerstädte auch die Reisen von jeweils zwei Abgeordneten des Stadtrates zu finanzieren. Christine Wolfer, Leiterin des Fachdienstes Jugend und Bildung im Sozialdedzernat, besuchte in San Marcos einen Kindergarten sowie Schulen. Nun sollen in Jena nach Jenaplanschule und IGS „Grete Unrein" weitere Schulen für Partnerschaftsbeziehungen gewonnen werden. Jenarbeit-Werkleiter Eberhard Hertzsch gehörte ebenfalls zu Abordnung, war aber auf Privatkosten nach Mittelamerika gereist.

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