Schleusingen (HH) - Seit 10 Jahren tummeln sich in dem restaurierten mittelalterlichen Gasthof junge Künstler, finden Konzerte und Ausstellungen statt. Der kleine aber feine Veranstaltungsort in der südthüringischen Provinz geht auf eine private Initiative zurück. Die Kunstmäzene, Roswitha und Klaus D. Niemann aus Roxheim bei Bad Kreuznach wollen damit ihren Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung leisten. Ein Kuratorium der Stadtprominenz überwacht das Ganze und ein ehrenamtlicher Vorstand organisiert Kultur, schreibt Stipendien aus, gewährt Unterkunft und Atelier für Künstler. Nun droht dem Kulturbetrieb das Aus.
Das Konzert mit dem Donati Swing Ensemble hat es wieder gezeigt: Hier herrscht ein anderer Kulturbetrieb, ein familiärer. Da werden die meisten Gäste noch mit Handschlag vom Veranstalter begrüßt, da gibt es Hausgemachtes am Buffet, da speist man mit den Künstlern zu Abend und einige ehemalige Stipendiaten kommen auch zu Besuch. Die Musik der Sinti und Roma aber verströmt manchmal eine gewisse Traurigkeit, die die Atmosphäre derzeit im Roten Ochsen beschreibt. Denn der Vorstand kann die Arbeit nebenberuflich nicht ausreichend bewältigen und den Stiftern werden die langen Fahrten aus Rheinland-Pfalz mit der Zeit zu viel. Zudem fühlen sie sich auch immer weniger von den Stadtoberen und vom Kuratorium unterstützt und gewürdigt werde die selbstlose Arbeit schon gar nicht. Die kulturell Verantwortlichen in Schleusingen geben sich ratlos und verweisen auf den eigensinnigen Charakter des Mäzens. Öffentlich äußern mochte sich keine der beiden Seiten hier. So verlieren sich die Probleme in Kleinlichkeiten, der Streit erscheint zumindest subjektiv, eine Lösung kommt nicht in Sicht. Leidtragende dürften natürlich die Kulturinteressierten im Henneberger Land sein, denen ein Veranstaltungsort der anderen Art verloren gehen könnte.
Klaus D. Niemann, Mäzen im Künstlerhof Roter Ochse in Schleusingen
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