Landrat Heller startet gemeinsame Initiative „Heimatnahe medizinische Versorgung“ mit niedergelassenen Ärzten und Kliniken

Medizinbus soll Versorgung verbessern

Jena - In dieser Woche startete Landrat Heller gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten, Kliniken und den Verbänden eine Initiative für heimatnahe medizinische Versorgung.

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Landrat Andreas Heller mit Frau Dr. Petra Becher und Dr. Mario Vogt vor dem Medizinbus

© Foto: privat

Um eine flächendeckende und wohnortnahe insbesondere hausärztliche Betreuung der Bevölkerung im Landkreis sicherzustellen, strebt Landrat Heller eine Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, den Hausärzten in der Region, dem Thüringer Gesundheitsministerium sowie dem Universitätsklinikum Jena mit seinem besonderen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin und den örtlichen medizinischen Leistungserbringern an, damit angehende Ärzte praktische Erfahrungen im Landkreis sammeln und zur Übernahme von Landarztpraxen motiviert werden können. Hierzu gab es erste Gespräche mit Fr. Dr. Petra Becher, Vorsitzende der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung, und Dr. Mario Voigt, MdL, wo der Landrat ihr stellvertretend für das Engagement der Ärzteschaft dankte.
 
Andreas Heller sprach sich für einen Dreiklang aus: erreichbare Kliniksangebote, Unterstützung der niedergelassenen Ärzte und in Kooperation zusätzliche mobile Angebote für die Bürger.  „Wir müssen an dieses Thema ran. Die Menschen vertrauen darauf, dass sie wohnortnahe medizinische Versorgung bekommen. Für mich gilt, der Landarzt darf nicht nur im Fernsehen kommen“, so Heller.
 
Ergänzend zur ambulanten Behandlung und den 20 öffentlichen Apotheken kann sich der Landrat einen Medizinbus im Landkreis sehr gut vorstellen. „Mit der Kassenärztlichen Vereinigung , Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen, Kreiskrankenhaus und Kommunen möchte ich über neue Konzepte sprechen, mit denen wir mehr Anreize für die Weiterführung von Arztpraxen schaffen und die medizinische Versorgung besser ins Dorf bringen können“, spricht sich Herr Heller einen breiten Dialog mit allen Beteiligten aus. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Ärzte in unseren Dorfhäusern oder Pflegeeinrichtungen regelmäßig Sprechstunden anbieten, die durch Krankenschwestern vor- und nachbereitet werden. Diese könnten auch gleich die verschriebene Medizin mitbringen“, sagte Heller.
 
Entgegen der Entwicklung in anderen Regionen Thüringens ging die Anzahl der Ärzte von 284 (2005) auf 271 (2010) zwar leicht zurück, doch blieb aufgrund der demographischen Entwicklung der Durchschnitt von 1.396 Einwohnern je Arzt weitestgehend stabil. Wie vor 6 Jahren behandelt ein Arzt gleichbleibend 320 Bürger. Zur Zeit sind 6 Hausarztsitze im Saale-Holzland-Kreis verwaist und es steht zu befürchten, dass schon recht bald altersbedingt, weitere Hausärzte Ihre Praxen schließen werden. „Viele Patienten melden sich auch bei mir und vertrauen darauf, dass wir Lösungen finden. Der Medizinbus kann ein Angebot sein, gerade für ältere Mitbürger,“ ergänzt Dr. Mario Voigt, der 2011 und 2012 mit Patienten und Ärzten zu einem gemeinsamen Stammtisch für medizinische Versorgung eingeladen hatte.   
 
Heller berichtet in dem Gespräch auch von den Verhandlungen mit dem ÖPNV, Verkehrsbund und Studentenwerk, um die Verbindung mit dem Semesterticket Thüringen zum Campus Eisenberg am REK besser hinzubekommen. Zentrale Drehscheibe für das mobile Versorgungsmodell könnte das Kreiskrankenhaus des Landkreises, das Rudolf-Elle-Waldkrankenhaus sein – doch sollen auch die anderen Einrichtungen eingebunden werden.