Über 8000 begeisterte Fans bei Herbert Grönemeyer

Nur die „Currywurst“ fehlte

Beverungen (pv) - Der erfolgreichste deutschsprachige Rockmusiker Herbert Grönemeyer gab nach 24 Jahren wieder ein Konzert in Beverungen. Über 8.000 friedliche Zuschauer waren auf dem riesigen Areal „Am Hakel“ völlig aus dem Häuschen.

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Ein glänzend aufgelegter Herbert Grönemeyer.

© Foto: Vössing


Es ist die abgespeckte Version der überaus erfolgreichen Tour „Schiffsverkehr“, die im letzten Jahr hunderttausende von Menschen in die deutschen Stadien lockte. Auf Großleinwände (damals gleich in dreifacher Ausfertigung) und V-förmig angeordnete Laufstege in das Publikum wurde verzichtet. Auch die charakteristischen Laternen längs der Bühne fehlten. Der Bühnenaufbau war für Grönemeyer-Verhältnisse eher spartanisch.
Das war aber nicht schlimm, konnte man sich doch voll und ganz auf die Lieder des Meisters konzentrieren.
Herbert Grönemeyer war in Beverungen glänzend aufgelegt. Er kokettierte mit dem Publikum und war immer für einen Spaß zu haben. Ja, er grüßte sogar die Zuschauer auf der Lauenförder Seite der Weser, die sich das Eintrittsgeld sparten und in einiger Entfernung den Liedern lauschten. Der Sänger erinnerte sich an seine Auftritte vor 24 Jahren in der Beverunger Stadthalle und witzelte, dass ihm einige Zuschauer noch bekannt vorkämen.
Paaren, die sich an diesem Abend finden und heiraten würden, versprach er persönlich mit Band zur Hochzeit zu kommen. Grönemeyer outete sich als Kind der Region. Schließlich erblickte er ja in Göttingen das Licht der Welt.
Sein Programm dauerte annähernd drei Stunden. Insgesamt 26 Lieder gab „HRBRT“ zum Besten. Er weiß, was er seinem Publikum schuldig ist und präsentiert auch während der Schiffsverkehr-Tour seine größten Hits. Nur seine „Currywurst“ hatte er an diesem Abend nicht ausgepackt.
Die Bandmitglieder sind Meister ihres Fachs. Gekonnte Gitarrenriffs, markante Beats und Höchstleistungen auf dem Saxophon rundeten das geniale Konzert ab. Grönemeyer gab von der ersten Minute an Vollgas und auch die über 8.000 Zuschauer gingen sofort mit. Laute Schiffssirenen, die die Ankunft des Meisters ankündigten, waren der Startschuss für einen unglaublichen Konzertabend.
Nach fast drei Stunden waren alle geschafft. Das Publikum hatte sich ebenfalls völlig verausgabt, teilweise versagten sogar die Stimmen.
Nach dem Konzert war Schulterklopfen angesagt. Kulturgemeinschaftsorganisator Volker Faltin hatte mit seinem Team großartige Arbeit geleistet. Alles klappte wie am Schnürchen - vom Aufbau des großen Areals mit der riesigen Bühne bis zur Endreinigung.
Eine positive Bilanz zog auch die Polizei. „Friedliche, fröhliche Konzertbesucher mit guter Stimmung haben der Polizei keine nennenswerten Einsätze beschert. Das Sicherheitskonzept der Polizei mit den ebenfalls beteiligten Organisationen, dem Veranstalter, der Stadt Beverungen, Feuerwehr, DRK und Kreis Höxter, hat sich bewährt. Die Vorbereitungen, Planungen und Absprache, die seit Februar gemeinsam geleistet worden waren, haben sich ausgezahlt“, heißt es in der offiziellen Polizeimeldung.
Einsatzleiterin, Polizeirätin Silke Rekate erklärte: „Die rund 8000 Besucher haben sich während der Veranstaltung sicher und wohl gefühlt. Auch als kleine Kreispolizeibehörde haben wir unsere Leistungsfähigkeit damit unter Beweis gestellt und den Einsatz erfolgreich bewältigt.“
Dem Hauptverantwortlichen Faltin war deutlich anzumerken, wie erleichtert er nach dem erfolgreichen Konzert war. Die monatelange Vorbereitung auf das größte Open-Air-Konzert, das Beverungen je erlebt hat, hatte sich gelohnt. Das spricht sich rum. So verwundert es kaum, dass es bereits Anfragen namhafter Bands für das nächste Jahr gibt. Welche das sind, wird allerdings noch nicht verraten.