Jena (anw) - Die auf richterliche Anordnung von sächsischen Polizisten am 10. August 2011 gegen 6 Uhr erfolgte Durchsuchung der Wohn- und Diensträume von Stadtjugendpfarrer Lothar König hat zu massiven Protesten geführt. Mit einer „spontanen Kundgebung und Demonstration" in der Jenaer Innenstadt protestierten laut Jenaer Polizei 600 Teilnehmer gegen dieses Vorgehen der sächsischen Justiz und Polizei.
600 Demonstranten verurteilten am Mittwochabend den Einsatz sächsischer Polizisten in Jena gegen Stadtjugendpfarrer Lothar König.
© Foto: anwKönig, der zurzeit in Südtirol urlaubt, wird laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden „schwerer aufwieglerischer Landfriedensbruch in Tateinheit mit versuchter Strafvereitelung und in Tatmehrheit mit versuchter Nötigung" bei der Antinazidemonstration am 19. Februar dieses Jahres in der sächsischen Landeshauptstadt vorgeworfen.
„Dieses Vorgehen richtet sich nicht nur gegen Lothar König und die Junge Gemeinde, sondern richtet sich auch gegen das Engagement der Stadt Jena im Kampf gegen Rechtsextremismus", urteilte in scharfen Worten OB Albrecht Schröter (SPD). Unter dem Beifall der Demonstranten rief Schröter „Wir lassen uns nicht einschüchtern". Schröter befürchtet, der Einsatz in Jena sei „erst der Anfang". Der OB weiter: „Ich glaube nicht, dass man die Nazis stärken will. Aber man tut es faktisch." Er stehe neben Lothar König. Sprecher des DGB und von im Jenaer Stadtrat und im Landtag vertretenen Parteien prangerten ebenfalls das Vorgehen der Dresdner Staatsanwaltschaft an.
Bei dem Einsatz von Beamten der Sonderkommission 19/2 der Dresdner Polizei wurden ein Rechner, Schriftgut und der Kleintransporter „Lauti" der Junge Gemeinde beschlagnahmt, so die behördliche Mitteilung aus Dresden.
„Wir halten das Vorgehen der Dresdner Kriminalpolizei für unangemessen", kommentierte Dr. Hans Mikosch, Geraer Regionalbischof und stellvertretender Landesbischof der Ev. Kirche in Mitteldeutschland, den Polizeieinsatz. „Der Pfarrer wird seitens unserer Kirche den nötigen Rechtsbeistand erhalten", kündigte Mikosch an.
An die Seite von König stellte sich auch das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer".
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