Thüringen ist eines der sichersten Bundesländer

Rechte Kriminalität erstmals deutlich gestiegen

Erfurt (dp) – Die Kriminalität ist in Thüringen im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken und der Freistaat gehört mit einer Aufklärungsquote von 65,1 Prozent zu den sichersten Bundesländern.

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Sie stellten die Kriminalstatistik vor (von links): Innenminister Jörg Geibert, Egon Luthardt, Öffentliche Sicherheit im Innenministerium, und Werner Jakstat, Präsident des LKA.

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Innenminister Jörg Geibert stellte dazu am Freitag, 9. März 2012, die Kriminalstatistik vor. Als Schwerpunkt gilt nach wie vor die politisch motivierte Kriminalität. Positiv ist, dass die Anzahl der Straftaten 2011 um 84 Taten auf 1319 Delikte gesunken ist. Das sind sechs Prozent weniger. Allerdings stiegt die Anzahl der Propagandadelikte. Hierzu zählen beispielsweise auch Hakenkreuz-Schmierereien an Wänden. Hier kann man die Täter schlecht festmachen, wenn sie nicht gerade auf frischer Tat ertappt werden – so Minister Geibert. Allerdings tendierte die politisch motivierte Kriminalität im vergangenen Jahr mehr in die rechte (80 Prozent) als in die linke Szene.

Dabei wurde ein Schaden von etwa 358.800 Euro verursacht. Rund die Hälfte, nämlich 49,7 Prozent, der politisch motivierten Straftaten konnte aufgeklärt werden. 2010 waren es 51,4 Prozent. Dabei wurden 851 Tatverdächtige ermittelt. Insgesamt waren 1.043 rechtsextreme Delikte zu verzeichnen – ein Anstieg um vier Prozent. Bei der politisch motivierten Gewaltkriminalität sanken die Taten um 39 auf 77 Delikte. Auch wenn die Bewertung dieser Art der Kriminalität positiv ausfällt, haben sich die Maßstäbe durch die Aufdeckung der Zwickauer Terrorzelle deutlich verändert. „Es bleibt eine bundesweite Aufgabe, dass sich solche schrecklichen Taten in Deutschland nicht wiederholen können“, sagte Minister Jörg Geibert. „Thüringen unterstützt nach Kräften die Ermittlungen um die Hintergründe der Tat zu erhellen.“ Die polizeiliche Kriminalstatistik weist aus, dass im vergangenen Jahr insgesamt 136.955 Straftaten begangen wurden. Das sind 1.094 weniger als im Jahr davor. Beim Diebstahl beispielweise gab es 42.980 erfasste Fälle – leider ein Plus um 501 Fälle.

Diebstahlshandlungen sind mit 31,4 Prozent verankert. Die Aufklärungsquote dabei beträgt 41,7 Prozent. Rückläufig sind die Zahlen bei den Diebstählen rund ums Auto. Ganze Autos wurden in 741 Fällen geklaut. Die Diebe hatten es dabei vorwiegend auf solche Marken wie Audi, VW und BMW abgesehen. Die Aufklärungsquote liegt hier bei über 50 Prozent. Die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen sank um 205 Taten auf insgesamt 2.849. Minister Geibert wies darauf hin, dass im Auto zurückgelassene Wertgegenstände oder Taschen immer einen Anreiz zum Diebstahl bieten.

Die Straftaten der Gewaltkriminalität sanken um 7,4 Prozent, wobei die Aufklärungsquote auf 83,8 Prozent stieg. Es gab im vergangenen Jahr 30 Totschlagsdelikte, 140 Vergewaltigungen, 722 Raubstraftaten. Hier lag die Aufklärungsquote zwischen 70,5 (Vergewaltigung) und 96,7 Prozent (Totschlag). Die Anzahl der Morde stieg um drei auf 13 Fälle. In zwölf Fällen wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Auch bei der Wirtschaftskriminalität gab es einen Anstieg um 108 Fälle auf 1.692. Die Zunahme betrifft vorwiegend Insolvenzstraftaten  und Kriminalität im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen. Die Computerkriminalität stiegt um 16,5 Prozent auf 1.887 Delikte, die besonders das Ausspähen und Abfangen von Daten betreffen. Jetzt wird es positiver: Die Körperverletzungen sanken um drei Prozent auf immerhin noch 13.734 Fälle, die Umweltkriminalität ist auf dem Niveau des Vorjahres und die Vermögens- und Fälschungsdelikte verringerten sich um 9,7 Prozent auf 27.585 Fälle.

Allerdings stiegen die Rauschgiftdelikte um 17,1 Prozent auf 7.977 an. Acht Personen starben an den Folgen von Rauschgiftkonsum. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 58.342 Tatverdächtige ermittelt – 2.265 waren Kinder, 4.546 Jugendliche, 4.956 Heranwachsende und 46.575 Erwachsene – darunter 4.470 Senioren. Außerdem gab es mehr männliche als weibliche Tatverdächtige. „Das Risiko für Straftäter gefasst zu werden, ist in Thüringen sehr hoch“, sagte der Innenminister und versprach, dass alle, die dafür zuständig sind, sich noch mehr für die Verfolgung von Straftätern einsetzen werden. Damit Thüringen sicher bleibt.