Volpone begeistert Zuschauer

Schauspiel um Habgier und Schadenfreude beendet Theaterjahr

Beverungen (pv) – Mit einer hinreißenden Inszenierung der zeitlosen Komödie „Volpone" durch die Theateragentur a.gon aus München endete das Theaterjahr der Beverunger Kulturgemeinschaft.

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Das Ensemble der "Volpone-Inszenierung". © Vössing

Habgier, Schadenfreude, Bestechung, Betrug, Prostitution und Opferung der Ehre auf dem Altar des „Geldes" betimmen die400 Jahre alte zeitlose Komödie des englischen „Poeta Laureatus" Ben Jonson (1572 – 1637). Sie wurde von Stefan Zweig (1881 – 1942) im Jahr 1926 bearbeitet und er brachte sie so erstmals auf deutsche Bühnen.

Schon die Figuren mit ihren Namen Volpone (Fuchs), Voltore (Geier), Corvino (Krähe), Canina (Hündin), angelehnt an die Figuren der Commedia dell'arte spiegeln die Charakter der Figuren des Stücks wider.

Zum Inhalt: Volpone (der Fuchs), ein reicher Geizhals in Venedig, lässt durch seinen Diener und Komplizen Mosca (die Schmeißfliege) das Gerücht streuen, er würde bald sterben. Seine vermeintlichen Freunde und Erbschleicher Corvino (Krähe), mit Frau Colomba (Taube), Corbaccio (Rabe), Notar Voltore (Geier) versuchen sich mit teuren Geschenken die Gunst des „Sterbenden" zu erkaufen. Volpone genießt die Vermehrung seines Reichtums und die Schadenfreude, die Habgierigen hereingelegt zu haben. Am Ende ist allerding der schlitzohrige Diener Mosca der Gewinner.

Der eigentliche Held des Stückes ist Diener Mosca (großartig dargestellt von Markus Völlenklee), der die Intrigen in „Volpone" spinnt, letztendlich aber doch Skrupel bekommt und am Ende der große Gewinner ist, weil er als Alleinerbe eines vermeintlich toten Volpone alles bekommt.

GZSZ-Star Frank-Thomas Mende spielte einen durchtriebenen Volpone der vor Gemeinheit und Schadenfreude nur so strotzt und mit Arglist seine vermeintlichen Freunde ausbeutet.

Mit Georg Luibl ist ein alter Bekannter an die Weser zurückgekehrt. Er spielte im Jahr 2001 beim Theatersommer im Schloss Corvey unter der Regie von Detlev Mihm in Faust den Mephisto. Er verkörperte großartig den „schmierigen" Corbaccio, der sogar seinen Sohn enterbt, um an das Geld Volpones zu kommen.

Wolfgang Mondon spielte einen Corvino, der an Gemeinheit kaum zu überbieten ist. Der eifersüchtige Macho springt aus Raffgier über seinen Schatten und bietet die Liebesdienste seiner naiven Frau Colomba (Martina Ambach) an, um sich bei Volpone „einzuschleimen".

Dritter im Bunde ist der gierige Notar Voltore (Gustaf Gromer), der keinen Betrug scheut, sich zu bereichern.

Dann kommt auch noch die durchtrieben Hure Canina (Katarina Haindl) ins Spiel, die über Liebesdienste versucht, ans Geld Volpones zu kommen.

Es war ein Hochgenuss, sich diese zeitlose Komödie, herrlich von Stefan Zimmermann inszeniert, anzuschauen. Parallelen zur heutigen Welt sind spätestens seit der Finanzkrise, als sich geldgierige Banker bereichern wollten und über ihre eigene Lauftblase stolperten offensichtlich und auch vom Ensemble der a.gon Theateragentur aus München gewollt.

400 Besucher honorierten den 160-minütigen Theatergenuss mit langanhaltendem Applaus.

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