Erfurt (TK) - Am kommenden Montag geht sie wieder los: die Schule. Für 16.900 Thüringer Erstklässler startet dann sogar ein ganz neues Lebenskapitel. Bücher, Hefte, Pausenbrot, Trinkflasche und nicht zuletzt der Turnbeutel: Kleine Abc-Schützen haben von Beginn an ordentlich zu schleppen - oft zu viel: Sieben von zehn Schulkindern aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben sich nach Aussage ihrer Eltern schon über das Gewicht ihres Schulranzens beschwert. Das zeigt eine Elternumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).
Auch die Eltern sind überzeugt, dass ihre Kinder täglich zu viel hin- und herschleppen müssen. 73 Prozent der Befragten monieren das Gewicht - nirgendwo in Deutschland ist der Unmut größer. Allerdings zeigt die TK-Umfrage auch: Nur ein Prozent aller befragten Eltern in Mitteldeutschland überprüft regelmäßig das Gewicht des Schulranzens. Bundesweit sind es immerhin jede zehnte Mutter und jeder dreizehnte Vater. Hier sind Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Schlusslicht in Deutschland.
Dass ihr Kind oft Spielzeug mit in die Schule nimmt, erklären die Eltern jedes zehnten Schülers. "Kinder denken nicht über das Gewicht ihres Ranzens nach, wenn sie Sammelalben oder Spielkonsolen einpacken. Laut unserer Umfrage packt jeder dritte Schüler seinen Ranzen immer selbst, so dass die Eltern gar nicht wissen, was das Kind mit in die Schule nimmt", sagt Steffani Gassner, Gesundheitsexpertin bei der TK in Thüringen. Sie rät Eltern, die Schultasche regelmäßig durchzusehen und klare Regeln abzusprechen, was hineingehört und was nicht. Darüber hinaus können die Kinder in vielen Schulen mittlerweile schwere Bücher und Unterrichtsmaterialien in der Klasse lassen. Sind Eltern hier unsicher, hilft ein Gespräch mit dem Klassenlehrer.
"Wichtig ist, dass der Ranzen das Gewicht gleichmäßig auf dem Rücken verteilt", so Gassner. Die kindliche Wirbelsäule hat noch nicht ihre endgültige Größe und Form erreicht - darum besteht die Gefahr, dass sie sich während des Wachstums verformt. Kinder, die oft schwer und asymmetrisch tragen, haben als Erwachsene häufig mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Inzwischen sind ergonomisch konstruierte Schultaschen zwar weit verbreitet, doch: "Gerade bei kurzen Strecken tragen die Kinder sie gern in einer Hand oder auf einer Schulter. Dann nützt der beste Ranzen nichts."
Tipps rundum den Schulranzen:
Prüfsiegel: Es gibt eine DIN-Norm (Nr. 58124) für Schultaschen. Sie fordert einen umfassenden Sicherheits-Check. Erfüllt ein Ranzen die Norm, sind Eltern auf der sicheren Seite.
Gewicht: Leer sollte ein Ranzen nicht mehr als ein Kilo wiegen und außerdem strapazierfähig und formstabil sein.
Leuchtfarben und Reflektoren: Auffällige, reflektierende und fluoreszierende Materialien an den Vorder- und Seitenteilen sind Pflicht. Je ausgeprägter die orangen oder gelben Signalflächen, desto besser erkennen andere Verkehrsteilnehmer das Kind. Gurte: Breite, gepolsterte und verstellbare Gurte verteilen das Gewicht gleichmäßig auf das Becken.
Rückenform: Das Rückenteil sollte ergonomisch geformt sein und eng anliegen. Der Ranzen sollte nicht breiter sein als die Schultern des Kindes und mit der Schulterhöhe abschließen.
Aussehen: Der Ranzen sollte dem Kind gefallen. Ob Dinosaurier oder Rennautos, Delfine oder Blümchen - jedes Kind hat seine eigene Vorstellung.
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