Der „San Jena" wird in der Partnerstadt San Marcos/Nicaragua produziert

Stadtkaffee kann gekocht werden, weil Bürgermeister Wort hielten

Jena (anw) - „Un cafe con leche y azucar, por favor". Würde ein Spanisch sprechender Gast im OB-Büro eine solche Bitte vortragen, dürfte die Verständigung schnell möglich sein. Besser noch: Der Gast bekäme einen Bohnenkaffee serviert aus einem Land, in dem Spanisch Muttersprache ist. Denn Albrecht Schröter hat seine im letzten Jahr angekündigte Idee, einen ganz bestimmten Kaffee auf Arbeit trinken zu wollen, wahr gemacht. Das Jenaer Stadtoberhaupt trinkt „Stadtkaffe San Jena".

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„San Jena": der Jenaer Stadtkaffee aus der nicaraguanischen Partnerstadt San Marcos.

© Foto: anw


Damit hat auch sein Amtskollege Orlando Vega Fonseca seinerseits eine Idee realisiert. Bei seinem Besuch anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Wiedervereinigung hatte der Alcalde (Bürgermeister) aus der nicaraguanischen Partnerstadt San Marcos einen so genannten Stadtkaffee, wie es für andere europäische Städte bereits gibt, in Aussicht gestellt. Der „el café" wird in Nicaragua produziert und nach der deutschen Partnerstadt benannt. Jena nun hat zugleich die Partnerkommune in den Stadtkaffeenamen aufgenommen: „San Jena".

Der „Heilige Jena" wird im Weltladen Unterm Markt 13 Jena verkauft. In den Sorten „Clásico - der Sanfte", „Especial - der Vollmundig und „Gourmet - der Kräftige". Diese Sorten gibt es gemahlen oder als Bohnen. Dazu soll „Especial mit Kardamom - der Vollmundige mit dem gewissen Etwas" kommen. Geschäftsführer Solvejg Spirling hofft nach dem OB-Büro auf weitere Dauerabnehmer. Neben dem eigenen kaufmännischen Interesse würde ein größeres Geschäft den Kaffeebauern und Verarbeitern in Nicaragua zu Gute kommen (Und natürlich anderen Herstellern fehlen, wenn auch hier nicht über Markt verändernde Größenordnungen geredet wird).

Denn dieser Kaffee des Typs Arabica wird in San Marcos vom Unternehmen Tostaduria Toledo geröstet, gemahlen und verpackt. Die Kaffeebohnen selbst stammen zum Teil vom Anbau in der Region, zum Teil wird aus andere nicaraguanischen Regionen hinzu gekauft. Rund 200 Beschäftigte stehen in der Wertschöpfungskette auf mittelamerikanischer Seite. Tostaduria Toledo leistet seinerseits eine Unterstützung für Schulen und ein Altersheim. Die Firma ließ sogar ein Schwimmbecken auf dem Firmengelände bauen und ermöglicht damit Schülern und Erwachsenen aus San Marcos Schwimmunterricht. Die wenigsten Nicaraguaner können Schwimmen.

„San Jena" wird unter ökologischen Aspekten angebaut. Kein Kunstdünger kommt unter die Kaffeesträucher. Den bei der Verarbeitung anfallenden organischen Resten werden Wurmkulturen beigemischt und dieses Gewürm produziert natürlichen Dünger.

Laut der International Coffee Organization (ICO) erlöste Nicaragua 2009 mit dem Kaffeeexport 251 Millionen US-Dollar. Die Gesamtausfuhr betrug 2,16 Milliarden Dollar (Zum Vergleich: Brasiliens Kaffeeexporte hatten einen Wert von 4,27 Milliarden Dollar).

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