Gesundheitszentrum Solling – Oberweser gemeinnützige GmbH

Stellungnahme zum Artikel „Kein Konzept fürs Solling-Krankenhaus"

Mit der folgenden Stellungnahme von Wilfried Gründel reagiert die Geschäftsführerung der GSO gGmbH auf den Artikel „Kein Konzept fürs Solling-Krankenhaus" (HNA, Dat.: 22.02.2011).:

Die Sorge um das Krankenhaus Uslar seitens der Bevölkerung und der Mitarbeiter ist für die Ver-antwortlichen im Aufsichtsrat und die Geschäftsführung verständlich und nachvollziehbar. Unver-ständlich dagegen ist für die betreffenden Personen der allseits erhobene Vorwurf der Untätigkeit und Konzeptlosigkeit.
Zudem werden in der aktuellen Diskussion um das Krankenhaus Uslar einzelne Beiträge unrichtig und sachfremd dargestellt. Der Wunsch „Erhalt des Krankenhauses Uslar" als Vater des Gedankens ist verständlich, aber im realen Leben zu wenig. Krankenhausversorgung findet auch unter wirtschaftlichen Zwängen statt, die gesetzlich geregelt sind. Zudem haben wir erhebliche Zweifel, ob die derzeit entbrannte Diskussion um das Krankenhaus Uslar dem Standort hilft.
Auch wenn es der Vielzahl von direkt oder indirekt beteiligten Kritikern nicht bekannt ist, oder aber sie es nicht wahrhaben wollen, das Krankenhaus Uslar war bereits vor dem Kauf im Jahre 2005
Die gesetzlichen Finanzierungsbedingungen für Krankenhäuser verschärften zusätzlich mit Einführung des neuen Vergütungssystems im Jahre 2004 die Situation für kleine Krankenhäuser. So lag beispielsweise der durchschnittliche Basisfallwert des Krankenhauses Uslar im Jahr 2005 bei durch die Klinik- und Reha-Zentrum Lippoldsberg gGmbH defizitär und damit ein Sanierungsfall.
3.481,85 €. Für das Jahr 2010 wurde aufgrund der gültigen Gesetze der durchschnittliche Basis-fallwert des Krankenhauses Uslar auf 2.909,23 € angepasst. Das bedeutet für das Krankenhaus Uslar vereinfacht ausgedrückt, dass bei gleichen Leistungen aus dem Jahre 2005 das Krankenhaus Uslar im Jahre 2010 rd. 1 Mio. Euro weniger vergütet bekam.
Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben in den Jahren 2006 bis heute nach Diese Anpassung erfolgte stufenweise über die Jahre 2006 – 2010 und stellte kumuliert einen jährlich zusätzlichen Sanierungsbedarf dar.
einem vorliegenden geprüften Konzept eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation des Krankenhauses Uslar eingeleitet und umgesetzt, um den Standort zu erhalten. Dieses Konzept wurde von Fachleuten auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft. So wurden beispielsweise in 2006 ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in den Fachbereichen Orthopädie und Urologie zur ambulanten Versorgung gegründet. In 2007 wurde das MVZ um die Fachbereiche Neurologie und Psychiatrie erweitert. Für die chirurgische Abteilung gelang es, entsprechende Fachärzte für Gefäßchirurgie zu gewinnen, die das Leistungsspektrum erweiterten.

Mit dem länderübergreifenden Versorgungsauftrag zur Versorgung von Schwer-Schädel-Hirnverletzten Patienten (SSH – Phase B) konnte für den Standort Uslar ein völlig neues Leistungsangebot in der Neurologie geschaffen worden. Nachweislich investierte die Klinik Lippoldsberg als Träger des Krankenhauses Uslar aus Eigen- und Fremdmitteln:
- den Kaufpreis von rd. 1,5 Mio.
- laufende Investitionen für Einrichtung u. Ausstattung von rd. 800 TEURO
- zuzüglich der in der Zeit von 2006 – 2010 aufgelaufenen Verluste.
Die medizinische und wirtschaftliche Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen des v. g. Konzeptes fand seit geraumer Zeit wiederholt Störfaktoren im allgemein bekannten Ärztemangel, der auch vor den Toren von Uslar nicht Halt machte. Trotz intensivster Bemühungen der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates stellte der Ärztemangel immer wieder ein erhebliches Hindernis dar, geeignete Ärzte für den Standort Uslar zu gewinnen, um freie Planstellen zu besetzen bzw. für adäquate Neubesetzungen (so auch im aktuellen Falle der Chirurgie) zu sorgen. Der zuletzt erfolgte Weggang des chirurgischen Chefarztes kam für sehr kurzfristig und gleichermaßen überraschend. In keinem Fall ist es zutreffend, dass er fristlos gekün-digt hat. Vielmehr bat er um einen kurzfristigen Auflösungsvertrag, da er an seinem Wohnort einen Arbeitsplatz angeboten bekam. So wurde immer wieder vertretungsweise die Versorgung durch Honorarärzte bzw. durch Ärzte der Klinik Lippoldsberg sichergestellt. Die Behauptung, im Krankenhaus Uslar sei nur ein Arzt zu finden, ist nachweisbar falsch und fördert auch nicht das notwendige Vertrauen des Krankenhauses bei Einweisern und Patienten. Ebenso falsch ist die Behauptung, es habe geeignete ärztliche Bewerber gegeben, die aus nicht bekannten Gründen nicht eingestellt wurden. Richtig ist, dass sich die Geschäftsführung stets bei allen vorliegenden ärztlichen Bewerbern hinsichtlich der Eignung auf die persönliche Beurteilung der jeweiligen Chefärzte bezogen hat. Abschlägige Bewerbungen auf ärztliche Bewerbungen haben sich daher stets auf chefärztliche Ablehnung bezogen. Die häufig erwähnte „fehlende" Gesprächsbereitschaft verschiedener Personen und Gruppen mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat existiert faktisch nicht. Geschäftsführung und Aufsichts-rat sind dankbar für jeden konkreten Verbesserungsvorschlag, der praktisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Um das Krankenhaus Uslar und damit den Standort zur medizinischen Versorgung dauerhaft zu sichern, ist es u. E. nicht zielführend, Populismus und Polemik einzusetzen. Ebenso führen Behauptungen und Unwahrheiten nicht zum gewünschten Ergebnis. Auch das Ignorieren von Wahrheiten durch „Buh-Rufe" für Aufsichtsratsmitglieder helfen nicht weiter. Was fehlt sind:
- qualifizierte Ärzte, die bereit sind, unter allgemein üblichen Bedingungen im Krankenhaus Uslar zu arbeiten.
- Vertrauen bei Einweisern und Patienten zum Krankenhaus Uslar
- Materielle Unterstützung für weitere Investitionen durch beispielsweise Stadt u. Landkreis.

gezeichnet

Wilfried Gründel

Geschäftsführer Gesundheitszentrum
Solling – Oberweser gemeinnützige GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen

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