Zwei rüstige 100-jährige Pensionäre in Bad Driburg

Stellwerke feiern Jubiläum

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Das wird es wohl nie wieder in Bad Driburg geben: Mit Hilfe des Stellwerkes Do kann die Dampflok eines Sonderzuges aus Lengerich im Bad Driburger Bahnhof abkuppeln und über ein benachbartes Gleis ans andere Zugende rangieren.

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Bad Driburg (ozv) - Für die beiden Stellwerke Bad Driburg West und Ost (Dw und Do) jährte sich jetzt zum 100. Mal ihre Indienststellung.

1864 erhielt das damals noch etwa 2000 Einwohner zählende Städtchen Driburg (damals noch ohne Bad im Namen) mit der Eisenbahn den modernen Anschluss an die weite Welt. Der Bahnhof, der zunächst weit außerhalb der Stadt lag, beschäftigte in besseren Eisenbahnzeiten mehr als 30 Menschen direkt. Weitaus mehr Bürger profitierten jedoch indirekt von den neuen Reise- und besonders den Transportmöglichkeiten.

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Nicht nur für die Bad Driburger Eisenbahnfreunde wäre es ein Traum, das Stellwerk Dwf noch einmal mit kompletter Hebelbank zu erleben.

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Aber auch schon im Jahre 1911 wurden Betriebsabläufe rationalisiert und gleichzeitig die Zugbewegungen erheblich sicherer gemacht; die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung errichtete zwei neue mechanische Stellwerke an den beiden Enden der Bahnhöfe.

In den Oktobertagen des Jahres 2008 verließen mit den Stellwerkern der beiden Dienststellen „Driburg West/ Fahrdienstleiter" (kurz Dwf) an der Brunnenstraße und Driburg Ost (Do) an der Brakeler Straße die letzten ortsfesten Eisenbahner nach 144 Jahren die Badestadt.

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Sehr viele normale aber auch außergewöhnliche Züge haben die Stellwerke seit 1911 passiert. Über diese Sonderfahrt im Jahre 2006 staunen Autofahrer und Stellwerker gleichermaßen.

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Nahezu unverändert jedoch blieben die beiden Stellwerke, die anscheinend für die Ewigkeit gebaut wurden. Unverwüstliche Mechanik herrschte hier 97 Jahren vor und hätte auch noch weitere 97 Jahre ohne große technische Probleme Dienst tun können.

Die Arbeit der beiden Ziegelbauten mit Obergeschossen in Fachwerkbauart wird seit 2008 von Göttingen(!) aus einem elektronischen Zentralstellwerk erledigt. Das Weichenstellen entfällt jedoch ersatzlos.

Die letzten 14 Jahre gehörten die Stellwerke zur Deutschen Bahn AG. Im Alter von 97 Jahren wurden sie dann in den Ruhestand versetzt.

Mit Schließung beider Stellwerke verschwanden auch die früher untrennbar mit der Eisenbahn verbundenen Flügelsignale aus dem Bahnhof; die Anschlussweichen sind ausgebaut worden, die restlichen noch vorhandenen sind vom Streckengleis abgeschnitten und somit nutzlos geworden.

Die eigentlichen Gebäude werden dem Stadtbild jedoch hoffentlich –evtl. privat genutzt- erhalten bleiben. Auch der ehemalige Bahnhof und der ehem. Güterbahnhof werden ja bereits sinnvoll weiter genutzt. Es wäre schön, wenn das teils fast 150- jährige Bahnhofsensemble komplett erhalten bliebe.

Die Vollendung des 100. Jahres wurde gewissermaßen im September an zwei Wochenenden (Tag d. offenen Denkmals, Glasbläserfest) mitgefeiert. Im November selbst wäre das wohl nicht sehr gemütlich, da die Gebäude z.Z. weder über el. Strom, noch über eine Heizung verfügen. Es würde aber vielen Bad Driburgern und deren Gästen gefallen, wenn die hiesigen Eisenbahnfreunde in den kommenden wärmeren und helleren Jahreszeiten noch mal Gelegenheit hätten, die historischen Gebäude zu präsentieren. Vielleicht gelingt es bis dahin ja sogar, einen oder mehrere der (von der Bahn) ausgebauten Signal.- und Weichenhebel zu ersetzen.

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