Bundespilotprojekt Fahrrad-Schutzstreifen außerorts

Teststrecken im Landkreis Northeim

Northeim (lpd/usj) - Seit einigen Wochen sind auf drei Teststrecken im Landkreis Northeim Fahrradschutzstreifen vorzufinden. Das neue daran ist, dass diese im Rahmen eines Bundespilotprojektes erstmals außerhalb geschlossener Ortschaften erprobt werden sollen.

Bild anzeigen

v.l.n.r.: PHK Mario Anke, Leiter Polizeistation Nörten-Hardenberg, Dankmar Alrutz, von der Planungsgemeinschaft Alrutz (wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes), Karl-Heinz Hagerodt, ADFC-Kreisverband, Steffen Gröbel, André Schumann, Radverkehrsbeauftragter beim Landkreis Northeim und Landrat Michael Wickmann, auf der neu errichteten Querungshilfe an der B 446 / K 242 bei Lütgenrode (im Hintergrund zu sehen: Schutzstreifen auf der Fahrbahn).

© Foto: lpd
Bild anzeigen

V.l.: PHK Mario Anke, Leiter Polizeistation Nörten-Hardenberg, Dankmar Alrutz, von der Planungsgemeinschaft Alrutz (wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes), Karl-Heinz Hagerodt, ADFC-Kreisverband, Steffen Gröbel, André Schumann, Radverkehrsbeauftragter beim Landkreis Northeim und Landrat Michael Wickmann, auf der neu errichteten Querungshilfe an der B 446 / K 242 bei Lütgenrode (im Hintergrund zu sehen: Schutzstreifen auf der Fahrbahn)

© Foto: lpd

Erprobt werden zwei verschiedene Varianten: Auf der K 515 zwischen Eilensen und Erichsburg sind die Schutzstreifen mit roter Farbe markiert, auf den übrigen Strecken - die K 424 vom Knotenpunkt B 446 bis nach Behrensen und die K 641 von Bad Gandersheim bis nach Heckenbeck - sind die Schutzstreifen weiß markiert.

Aufgrund zahlreicher Anfragen über das Projekt selbst und über die Verhaltensregeln auf diesen Teststrecken hat der Landkreis Northeim ein Video und ein Informationsblatt hergestellt, die im Internet unter www.landkreis-northeim.de abrufbar sind. Weiterhin liegen die Informationsblätter an der Information der Kreisverwaltung und bei den Zulassungsstellen des Landkreises in Northeim, Einbeck und Uslar aus.
Fahrradschutzstreifen sind keine neue Erfindung, sie werden bereits seit 1997 innerorts eingesetzt. In den Stadtgebieten von Einbeck und Bad Gandersheim haben sich die Schutzstreifen schon seit Jahren durchgesetzt. Auch die Verhaltensregeln außerorts unterscheiden sich kaum von denen innerhalb geschlossener Ortschaften. "Als ich von dem Projekt erfuhr, war ich zunächst skeptisch, ob wir im Autofahrerland Deutschland einfach so das Niederländische Modell umsetzen können. Mittlerweile wurden meine anfänglichen Zweifel ausgeräumt, denn wir müssen uns heute Gedanken über die Mobilität der Zukunft machen. Ziel muss dabei sein, alle Fortbewegungsarten, sei es Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder Fußgänger, sinnvoll miteinander zu verknüpfen und ein gutes und gerechtes Verkehrsklima für alle zu schaffen", so Landrat Michael Wickmann. Schon heute greifen immer mehr Menschen statt zum Auto zu alternativen Fortbewegungsmitteln, ein europaweiter Trend. Nur leider ist unsere Infrastruktur darauf nicht ausgerichtet. "Stillstand ist Rückschritt, wir müssen uns weiterentwickeln und deshalb sind solche Forschungsprojekte, wie das der Schutzstreifen durchaus bedeutend und notwendig", so Landrat Wickmann weiter, der dabei auch an die Diskussionen im Zusammenhang mit der Einführung der Gurtpflicht für Kraftfahrzeuge erinnert, die mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden sei.

Aber wie verhalten sich Verkehrsteilnehmer auf den Strecken mit Fahrradschutzstreifen richtig?

Für Radfahrende besteht durch das Rechtsfahrgebot eine indirekte Benutzungspflicht der Schutzstreifen in der jeweiligen Fahrtrichtung. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer müssen grundsätzlich die Kernfahrbahn benutzen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften wurde im Zuge der Schutzstreifen auf 70 km/h herabgesetzt. Bei Begegnungsverkehr darf und soll der Fahrradschutzstreifen vom Kfz-Verkehr mitbenutzt werden, auf den Radverkehr ist dabei natürlich besonders zu achten. Ebenso ist eine Mitbenutzung des Schutzstreifens vor Kurven und Bergkuppen zwingend erforderlich. Aber Achtung! Hinter Kurven und Bergkuppen ist auf den Schutzstreifen mit langsam fahrenden Radfahrern zu rechnen. Zu beachten ist auch, dass beim Überholvorgang der Mindestabstand von 1,50m zum Radfahrenden eingehalten werden soll. Auf Schutzstreifen besteht ein eingeschränktes Halteverbot. All diese Regelungen bestehen schon seit 1997 und sollten allen Verkehrsteilnehmern bekannt sein. Die Schutzstreifen sollen insbesondere dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für die Radfahrenden und damit deren Sicherheit zu erhöhen.
"Wichtig ist", so Landrat Michael Wickmann, "dass die Verkehrsteilnehmer sich gegenseitig akzeptieren und Rücksicht nehmen", schließlich gewinne das Fahrrad als allgemeines Beförderungsmittel zunehmend an Bedeutung und werde nicht nur im touristischen Bereich eingesetzt.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile