Generationenhaus Hümme

„Ab dafür“ – King Giese war wieder da

Von Inge Seidenstücker


Hümme – Bereits im Vorfeld war das Generationenhaus Bahnhof Hümme bis auf den letzten Platz ausverkauft. Kein Wunder, denn Bernd Gieseking war wieder mit seinem satirischen Jahresrückblick „Ab dafür“ zu Gast.

Bild anzeigen

Bereits zum dritten Mal war Bernd Gieseking zu Gast im Generationenhaus Bahnhof Hümme.

© Foto: Seidenstücker

„Und das ohne große Werbung“, sagte der Kabarettist und weiter: „Wenn du’s in Hümme erst mal geschafft hast“… Und so sprudelten wieder die markanten Ereignisse des vergangenen Jahres nur so aus ihm heraus. Natürlich hatte er die Wahrheiten mit viel Wortwitz verpackt und gab so manche seiner Gedankengänge an das Publikum weiter.
Wie kein zweiter beherrscht Gieseking den Jahresrückblick, ist er schließlich schon seit 25 Jahren damit auf der Bühne.
Es war ein „Minus-Jahr“ fasste der Kabarettist aus dem westfälischen Minden 2018 zusammen. Nicht nur Vögel und Insekten würden immer weniger. So schritt das Artensterben in 2018 besonders in Bezug auf die SPD stark voran: „Wenn es so weitergeht, sterben sie noch vor den Orang-Utans aus“. Die Fußball-WM war nur ein Trauerspiel und der Tatortreiniger wird auch nicht fortgesetzt. Da lobte er die Beständigkeit der Bundeskanzlerin: „Angela „Merkules“ ist wie ein VW-Käfer, er läuft und läuft und läuft“, und fragte sich, wie sie das über all die Jahre geschafft hat.
Die Geschehnisse in der Politik betrachtete er mit dem Auge des Kabarettisten ebenso, wie auch die Verhaltensweisen so mancher Politiker. Seiner Freundschaft zu ihrem Ehemann Joachim Sauer verdankt Gieseking den Einblick in das Tagebuch der Kanzlerin und obligatorisch sind natürlich seine Telefonate mit prominenten Persönlichkeiten. So rief ihn selbst die Queen an, die von ihm keine Förmlichkeit erwartete: „Du bist doch schließlich auch ein Giese“king“. Natürlich tauschten sie sich über den Brexit und Theresa May aus. Eigentlich wollte er diesmal einen Abend ohne Trump machen, aber er kam nicht drum herum. Erstaunt darüber, wie viele bei der Abstimmung im Zuge der Landtagswahlen in Hessen, über die Abschaffung der Todesstrafe dagegen waren, sagte Gieseking: „Die VW-Vorstände haben sicherlich aufgeatmet als sie abgeschafft wurde.“
Über die technischen Errungenschaften im letzten Jahr und über den Begriff Heimat philosophierte der Satiriker genauso wie über die Sand-Knappheit oder wie er seine Eltern an einen Computer heranführen wollte.
Zahlreiche Jubiläen gab es in 2018. 70 Jahre die „Ente“, 90 Jahre Mickey Mouse, 100 Jahre das Frauenwahlrecht und 60 Jahre Bernd Gieseking. „Doch auch mit 60 kann man sich wie 40 fühlen - allerdings nur eine halbe Stunde am Tag“, sagte dieser. Immer mit ein paar Lebensweisheiten des westfälischen Weisen „Konfusion“ gespickt und mit Erzählungen von Begebenheiten mit seinen Eltern, bei denen sich auch die Zuhörer oft wiederfanden, sorgte er wieder einmal rundum für große Begeisterung beim Hümmer Publikum, welches sich schon auf das nächste „Ab dafür“ in 2020 freut.
Bereits zum vierten Mal stand Gieseking im Hümmer Generationenhaus auf der Bühne und ist jedes Mal sehr angetan vom Ambiente und den Leistungen der ehrenamtlich Tätigen, die sich für das Mehrgenerationenhaus verantwortlich zeigen und tatkräftig unterstützen.