„Burgfrieden“ – Interpretation eines aktuellen Themas

Dringenberg (ozm) - Mein Haus ist (d)eine Burg – das Ausstellungsthema lehnt an die Redewendung an, in welcher der Schutz der Privatsphäre und das Recht, diese zu verteidigen, ihren bildhaften Ausdruck findet. Der Untertitel "Über Frieden, Freiheit und das DAHINTER" erweitert das Ausstellungsthema und stellt den Bezug her zum Ausstellungsort der Burg Dringenberg mit ihrem imposanten Gewölbekeller. Eine Burg bot in der Vergangenheit Schutz, Sicherheit und Abgrenzung, garantierte Freiheit, aber weckt auch Gedanken an Gefangenschaft und Tod in deren Verlies. Mit diesem Spannungsfeld setzen sich die Werke von fünf norddeutschen Künstlern auseinander, welche die Aura des Burggewölbes bewusst aufgreifen.
Der Bildhauer Arno Falk präsentiert übernatürlich dünne, weitreichend vereinfachte Figuren. Seine Skulpturen beeindrucken durch die kraftvollen, schlichten Formen. Damit stellt er zeichenhaft menschliche Charakteristika dar: die Freiheitssuche, den Behauptungswillen und die Suche nach der eigenen Identität.
Für Rainer Fest ist die Treppe zentrales Motiv. Gebundenheit und Enge, andererseits Befreiung am Ziel der Stufen – Wiederholung der Schritte, Gleichmaß und Monotonie, schreitend oder stolpernd – ein breiter Assoziationsraum öffnet sich. Der zentrale Begriff, um den die Kunst von Rainer Fest kreist, ist die Verbindung. Der Konflikt zwischen gebundener Enge und erhebender Befreiung wird sichtbar.
Wübke Rohlfs Grigull malt höchst dynamische, malerisch verknappte Figuren, deren bildliche Existenz aus Haltung, Gebärde und Farbfluss gewonnen wird. Der spontane Farbauftrag und die gestischen Pinselstriche betonen die Leichtigkeit und die Bewegung. Es entsteht eine tiefgründige Mehrdeutigkeit.
Rosita Sengpiehl bietet großformatige Malerei mit expressiver Gestik und archaischem Ausdruck. Ihr Thema ist das Leben selbst, seine Zustände, die Lebenslinien der Menschen und der beständige Wandel, entwickelt in einem vielschichtigen Malprozess. Das Ergebnis sind monochrome Arbeiten in Misch- und Drucktechnik.
Die Malerin Christa Detering hat Figuren entwickelt, die nicht an anatomische Details gebunden sind. Die Abbildungen der Menschen entfalten sich zeichenhaft auf der Bildfläche. So entsteht eine Ausdrucksqualität, die verschiedene Bedeutungsebenen ermöglicht. Zum Nachdenken über Gefangenheit im Bild oder über Abgrenzung im Raum schaffen die dicken Mauern des Burggewölbes eine intensive Atmosphäre.
Die Eröffnung findet am 28. Mai 2017 um 11.30 Uhr in der Burg Dringenberg statt. Albert Schriefer wird in die Ausstellung einführen.
Alle an Kunst Interessierte sind mit ihren Freunden herzlich eingeladen.
Die Öffnungszeiten liegen Mi. und Sa. bei 14 bis 17 Uhr, So. 10 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr.
Weitere Informationen unter www.artdriburg.com und www.heimatverein-dringenberg.de.

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