Jugendkulturelles Schillerprojekt spielt mit Elementen

„Der fremde Zauber...“

Meiningen (tk) - Was treibt Jugendliche aus ihrem Alltag und wo zieht es sie hin? Diesen Fragen gingen jetzt Jugendgruppen der Thüringer Schillerstädte Jena, Weimar, Rudolstadt und Meiningen bei einem gemeinsamen Workshop in Südthüringens Theaterstadt nach. Im Rahmen des jugendkulturellen Schillerprojektes der Städte, welches in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet, arbeiteten sie mit dem Theater „Titanick“ an einer gemeinsamen Open-Air-Inszenierung, die im Juli im Meininger Schlosspark zu erleben sein wird und spektakulär zu werden verspricht.

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Wind - eines der Elemente, mit denen beim Workshop der Thüringer Schillerstädte gespielt wurde.

© Foto: Kulturreferat / Archivbild

Wer schon einmal Zeuge einer Inszenierung des Theater „Titanick“ wurde, weiß, dass man im Juli keinesfalls mit einer gewöhnlichen Bühnenaufführung rechnen darf. Vielmehr spielt sich das Geschehen bei den Theaterleuten aus Leipzig und Münster unmittelbar unter den Zuschauern ab. Die Inszenierungen selbst sind meist durch ein aufregendes Spiel mit den Elementen Feuer, Wasser und Wind gekennzeichnet - und eben diese Elemente sind es auch, die das gemeinsame Spiel mit den Jugendlichen des Schillerprojektes ausmachen werden.

Daher ging es für die etwa 40 Heranwachsenden aus Jena, Weimar, Rudolstadt und Meiningen bei ihrem gemeinsamen Workshop auch erst einmal darum, sich behutsam an die verschiedenen Elemente heranzutasten und herauszufinden, wie man künstlerisch und choreografisch mit ihnen arbeiten kann. Doch auch der Gruppenbildungsprozess spielte eine wichtige Rolle. Schließlich trafen bei diesem Workshop ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander, die sich zuvor noch nie begegnet waren und nun gemeinschaftlich eine große Inszenierung auf die Beine stellen wollten. Dabei brachten die Elf- bis 17-Jährigen die verschiedensten Vorerfahrungen in den Arbeitsprozess ein - von Erfahrungen in Schauspiel und Tanz bis hin zu akrobatisch-artistischem Können. Jede der Gruppen - sei es die Jenaer „Bewegungsküche“ oder der Kinder- und Jugendzirkus „MoMoLo“, die Kunstwerkstatt Rudolstadt, das „Stellwerk“ Weimar oder die Meininger „TOHUWABOHUS“ - konnte einen persönlichen Beitrag leisten.

Inzwischen sind alle wieder in ihre Heimatstädte zurückgekehrt, wo sie bis Juli getrennt voneinander weiterarbeiten werden. Die Grundkonzeption für das gemeinsame Open-Air-Spektakel steht. Unter dem Leitmotiv „Der fremde Zauber reißt die Jugend fort“, einem Zitat aus Schillers „Wilhelm Tell“, wird sich der erste Teil der Inszenierung im Innenhof des Marstallgebäudes der alltäglichen Lebenswelt der Jugendlichen widmen, während im angrenzenden Schlosspark „der fremde Zauber“ thematisiert werden wird. Die Zuschauer dürfen dabei jedoch kein Theaterstück im eigentlichen Sinne erwarten: Text gibt es kaum. Stattdessen sollen die verschiedenen Bereiche über Bilder und Choreografien dargestellt werden.

Wer nun neugierig geworden ist, sollte sich schon einmal den 21. und 22. Juli 2012 vormerken. Um jeweils 21.30 Uhr wird das große Open-Air-Spektakel an diesen beiden Tagen zu erleben sein. Der Eintritt ist kostenfrei.