„Uns kennt jeder Schwede“

„Tonenburger“ feiern diamantene Hochzeit

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Paula und Norbert Pirone genießen ihren Ruhestand auf der Tonenburg.

© Foto: Otto

Albaxen (mo) – Als Paula (85) und Norbert Pirone (86) ihren Bund fürs Leben schlossen, er mit 27 und sie mit 25 Jahren, stand ihnen eine ereignisreiche Reise noch bevor. Vor kurzem feierten sie ihre diamentene Hochzeit und blicken zurück auf den Weg, den sie bisher gemeinsam zurücklegten.
Die Hochzeitsglocken läuteten am 11. Oktober 1960 in der Kirche von Brilon. Kennen gelernt hatte sich das Ehepaar zwei Jahre zuvor, auf dem Reiterball in Herstelle.
Mit viel Herz, Kraft und Durchhaltevermögen stellten sich die beiden den Widrigkeiten, aber auch großen Projekten und Chancen der Zeit. Ihre Ehe brachte vier gemeinsame Kinder hervor.
Norbert Pirone, geboren in Beverungen, ist gelernter Bankkaufmann, während Paula Pirone, aus Brilon stammend, eine Lehre zur Köchin durchlief. Nach der Hochzeit zog das Paar nach Brilon und betätigte sich auf einem gänzlich anderen Arbeitsfeld: „Die 60er waren ein Schwimmbad-Boom“, so Norbert Pirone. Zunächst hatte man sich auf Heizungen spezialisiert, doch legte man später den Fokus auf den Einbau von Schwimmbädern.
1973 kam die „Rocker-Welle“, und Pirones erkannten die Möglichkeiten, die sich boten. Die Produktionshalle wurde als Abstellmöglichkeit für Motorräder angeboten, eine Herberge für die Fahrer eröffnet. So kam man auf den Geschmack, und im Laufe der Zeit ergriff das Ehepaar die Chance, zu immer besseren Objekten zu wechseln. 1975 folgte Gut Schirmeke in Beverungen, 1978 die Villa Löwenherz in Lauenförde. Zählen konnten sie auch auf die Hilfe ihrer liebsten Gäste, der Motorradfahrer. Norbert Pirone, vor zwei Jahren noch aktiver Motorradfahrer, stellte sich als Ortskundiger zur Verfügung und leitete Touren. Das freundschaftliche Verhältnis zu vielen Bikern hat sich gehalten, aus ganz Europa. „Uns kennt jeder Schwede“, so Norbert Pirone mit einem Schmunzeln.
Während der Wiedervereinigung war die Villa nicht nur Herberge, sondern auch Zwischenstation für Menschen aus der ehemaligen DDR.
1995 widmete man sich dann dem letzten großen Projekt: Der Tonenburg bei Albaxen. Sie würde sich in den kommenden Jahren zu einem wahren Kleinod entwickeln, eine feste Größe für Motorradfahrer, die es ins Weserbergland verschlug. So manche erlernte Weisheit als Herbergsleiter konnte umgesetzt werden. Besonders wichtig, so Paula Pirone, war einfach Folgende: "Die Leute müssen zufrieden sein." Viel Arbeit und Herzblut floß in die Sanierung der Tonenburg, welche inzwischen in der Hand von Neueigentümern ist. Heute wohnt das Ehepaar, welches über 20 Jahre das Hotel betrieb, im Fachwerkhaus am Wehrturm und genießt den Ruhestand mit traumhaftem Blick auf die Weser.
Gefeiert wurde übrigens im kleinen Kreis, doch Glückwünsche erreichten das tatkräftige Ehepaar auch auf dem Postweg, durch zahlreiche Briefe von nah und fern.

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