Auswirkungen durch Covid-19

Dämpfer für Tourismuswirtschaft

Bad Karlshafen (brv) - Die Corona-Krise hat nicht nur große touristische Unternehmen oder traditionelle Urlaubsregionen hart getroffen, sondern auch der regionalen Tourismuswirtschaft einen kräftigen Dämpfer verpasst. Die Krise macht klar, welche Bedeutung der Tourismus in der Region hat.

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Der Hafen ist das neue Tourismus-Highlight Bad Karlshafens. 

© Foto: Bad Karlshafen GmbH

Über 400 Arbeitnehmer aus der Region sind in Bad Karlshafen und Helmarshausen im Dienstleistungsgewerbe beschäftigt. Hierzu zählen neben großen Betrieben wie der Reha-Klinik Carolinum oder der Bad Karlshafen GmbH mit Weser-Therme, Weserschiff „Hessen“ und Tourist Information vor allem Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe. Doch nicht nur diese unmittelbar touristisch arbeitenden Unternehmen, sondern auch die Betriebe des Einzelhandels waren vom Verbot touristischer Übernachtungen, der Schließung der Gastronomie und dem Versammlungsverbot stark betroffen.
Laut einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) für den Hessischen Heilbäderverband gibt ein durchschnittlicher Urlauber 53,80 Euro pro Kopf und Tag in den hessischen Heilbädern aus. In Hessen waren touristische Übernachtungen für einen Zeitraum von ungefähr sieben Wochen, nämlich von Ende März bis Mitte Mai, untersagt. „Für diesen Zeitraum konnten wir im vergangenen Jahr gut 20.000 Übernachtungen verbuchen“, so Rainer Kowald, Geschäftsführer der Bad Karlshafen GmbH, und er erklärt weiter: „Wenn wir das einmal gegenrechnen, dann sprechen wir von einem wirtschaftlichen Schaden von rund 1,1 Mio. Euro. Das ist für eine Kommune wie Bad Karlshafen mit rund 3650 Einwohnern eine enorme Summe.“
Nicht berücksichtigt sind hier die Tagestouristen, die ebenfalls in großer Zahl ausbleiben. Viele Veranstaltungen, die Besucher anziehen, mussten in diesem Jahr bereits abgesagt werden und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Insbesondere Vereinen, die oft Veranstalter sind, gehen Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken verloren und auch Lieferanten haben dadurch eine geringere Abnahme. „Auch wenn der Naturpark Reinhardswald noch nicht zu den touristischen Hochburgen gehört, so zeigen die Zahlen, welche Kraft der Tourismus besitzt. Als Querschnittsbranche sind eben auch viele Betriebe betroffen, die nicht sofort als touristisch relevant betrachtet werden. Dass die Umsatzeinbußen die Millionen-Marke während nur sieben Wochen Lockdown erreicht haben, unterstreicht die Wichtigkeit noch einmal“ schließt Kowald.