Debattenwettbewerb an der PGS ein voller Erfolg

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Die Sieger des Debattenwettbewerbs an der PGS.

© Foto: privat

Dassel (ozm) - Politische Debatten haben den Ruf, es mit der Wahrheit, der Fairness und dem Teamgeist nicht so genau zu nehmen. Ganz anders bei JUGEND DEBATTIERT: Argumente müssen belegt und veranschaulicht werden, eine profunde Sachkenntnis wird vorausgesetzt. Fairness und Teamgeist zeigen sich im Zuhören, beim Anknüpfen an den Vorredner und der Bereitschaft zum Perspektivwechsel. All das konnten die Teilnehmer des schulinternen Debatten-Wettbewerbs an der Paul-Gerhardt-Schule am vergangenen Freitag unter Beweis stellen.
Die PGS nimmt seit drei Jahren am Bundeswettbewerb JUGEND DEBATTIERT teil und gehört dem Regionalverbund Göttingen an, der einmal jährlich im Januar/Februar einen Regionalwettbewerb durchführt. An der PGS sind inzwischen 12 Lehrkräfte als Debatten-Trainer ausgebildet. In diesem Schuljahr ist es zum ersten Mal gelungen, den ganzen achten Jahrgang zeitgleich im Debattieren zu unterrichten. Das Projekt startete mit zwei Projekttagen nach den Herbstferien und wurde bis Dezember in den Fächern Deutsch, Politik und Selbstorganisiertes Lernen durchgeführt.
Vier Schüler pro Klasse kamen in unterschiedlichen Vierer-Teams zusammen und wurden von einer dreiköpfigen Jury bewertet. Aufgabe der Schüler war es, sich selbstständig auf die Debatten vorzubereiten. Auch die Schüler-Juroren waren gehalten, sich mit den Fragen vorab auseinander zusetzen. Die beiden Streitfragen, die die Schüler der achten Klassen und die Klasse 9 B 10 Tage vor dem Wettbewerb mitgeteilt bekamen, lauteten: „Sollen alle PGS-Schüler verpflichtet werden, ab dem Schuljahr 2018/2019 ein zusätzliches Sportangebot am Nachmittag zu wählen?“ „Sollen alle Schüler in Deutschland verpflichtet werden, im 10. Jahrgang ein Sozialpraktikum zu machen?“ Die Schüler waren hochmotiviert, gut vorbereitet und so wurde die Veranstaltung für alle Beteiligten ein voller Erfolg.
Nach den beiden Runden wurden die Punkte zusammengezählt. Gewonnen haben Justus Hake (9B, 1. Platz), Wieland Menke (8B, 2. Platz), Lucia Bohnsack (9B, 3. Platz), Anneke Riemenschneider (8D, 4. Platz), Kai Beddies und Constantin Tilmann Schott (beide 9B, 5. Platz).
Der Bundeswettbewerb JUGEND DEBATTIERT ist mit jährlich 200.000 teilnehmenden Schülern an ca. 1.100 Schulen bundesweit der größte Wettbewerb im Bereich der sprachlichen und politischen Bildung. Er wird gefördert von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, den Stiftungen Siemens und Mercator sowie der Robert-Bosch-Stiftung. Der Bundeswettbewerb entstand 2002 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Derzeitiger Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Das Bundesfinale findet jährlich im Sommer in Berlin in seinem Beisein statt.
„Wir trotzen dem postfaktischen Zeitalter! Wir verstecken uns hier nicht hinter anonymen Blogger-Foren, hier steht jeder und jede für ihre Meinung ein, stellt sie öffentlich zur Disposition. Es ist eben nicht beliebig, was man sagt. Wir brauchen mündige, aufrechte Bürger, die diese Gesellschaft voranbringen wollen. Die Demokratie lebt vom Streit, jedoch muss es ein Streit um die Sache sein. Deshalb sind wir bei JUGEND DEBATTIERT dabei!“, so die stellvertretende Schulleiterin Monika Fahrenbach, die schon seit 2002 regelmäßig mit Schülern an dem Bundeswettbewerb teilnimmt. Gerhard Melching, Bürgermeister der Stadt Dassel, begrüßte als Schirmherr des PGS-Wettbewerbs, dass hier eine Einübung in die demokratische Alltagspraxis stattfinde und der Umgang mit politischen Konflikten trainiert würde. Referendarin Charlotte Seitz, die selbst als Schülerin Schulsiegerin JUGEND DEBATTIERT wurde, bestärkte die Schüler in ihrer Motivation: Von der Teilnahme an dem Debatten-Projekt ihrer ehemaligen Schule hätte sie in vielen Lebens- und Berufsbereichen etwas gehabt. Sie sei überzeugt, dass auch die PGS-Schüler viel mitnehmen könnten.