Forum „KINDER-SCHULE-BERUF“ in Meiningen gestartet

Dem Fachkräftemangel schon frühzeitig entgegenwirken

Meiningen (tk) - Mehr als fünf Millionen Arbeitskräfte werden nach einer Hochrechnung der Prognos AG im Jahr 2030 in Deutschland fehlen. In einigen Branchen und Regionen ist die zunehmende Knappheit von Fachkräften bereits deutlich zu spüren. Dem drohenden Arbeitskräftemangel entgegen zu wirken, stellt Wirtschaft und Politik daher schon jetzt vor große Herausforderungen. Die Stadt Meiningen hat deshalb nun das Forum „KINDER-SCHULE-BERUF“ aus der Taufe gehoben. Im Meininger Henfling-Gymnasium erlebte es jetzt seine erste Auflage.

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Die Stadt Meiningen hat zum ersten Forum „KINDER-SCHULE-BERUF“ geladen.

© Foto: Tina Kwiatkowski

Das von der Wirtschaftsförderung der Stadt initiierte Forum ist als Ort der Begegnung für Bildungseinrichtungen und Unternehmen der Region gedacht. Schulen und Firmen sollen dort künftig regelmäßig die Möglichkeit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und eine erste Grundlage für eine mögliche Kooperation zu schaffen. Dr. Lutz Gaspers, Wirtschaftsförderer der Stadt Meiningen, sieht in solch gegenseitigen Partnerschaften lohnende Vorteile für beide Seiten: Während die Unternehmen in den Schulen frühzeitig nach potentiellen Fachkräften Ausschau halten könnten, hätten die Schulen etwa die Möglichkeit, ihrem Unterricht einen deutlicheren Praxisbezug zu geben.

Bevor die anwesenden Gäste am Freitagabend im Atrium des Henfling-Gymnasiums bei Häppchen und Getränken miteinander ins Gespräch kamen, begann das Forum „KINDER-SCHULE-BERUF“ mit drei themenbezogenen Impulsvorträgen. Nachdem Susanne Leicht in ihrer Funktion als Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Meiningen wesentliche Arbeitsmarkttrends der nächsten Jahre vorgestellt hatte, skizzierte Karl-Heinz Jäger vom Staatlichen Schulamt Südthüringen die erwartete Entwicklung der Schülerzahlen der Region. Die Aussichten sind alles andere als rosig: Während die gut qualifizierten und auch zahlenmäßig starken Beschäftigungsjahrgänge in circa 15 bis 25 Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden, kommen aus den jüngeren Generationen weniger Arbeitskräfte nach, die die entstandenen Lücken füllen könnten. Die Agentur für Arbeit betrachte es deshalb als eine wesentliche Aufgabe, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss sowie die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher zu reduzieren und Jugendliche frühzeitig und umfassend bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Ergänzend forderte Karl-Heinz Jäger die Unternehmen auf, auch Schulabgängern ohne die gewünschte Berufsreife eine Chance zu geben.

Den dritten Impulsvortrag gestaltete Andreas Oertel, Geschäftsführer bei ABS Electronic Meiningen. Sein Unternehmen habe bereits vor etlichen Jahren die ersten Kooperationsverträge mit Bildungseinrichtungen der Region geschlossen und durchweg positive Erfahrungen damit gemacht. Auch viele der anderen Gäste äußerten am Freitag den Wunsch, künftig verstärkt mit „der anderen Seite“ zusammenarbeiten zu wollen.