Die Visitenkarte des Hauses, der Vorgarten

Von Barbara Siebrecht
Jeder Hausbesitzer ist stolz auf sein Gebäude und bemüht sich, insbesondere die Fassade zur Straße in guten Zustand zu halten. Ein gut gepflegter und ansprechend gestalteter Vorgarten, als Visitenkarte des Hauses kann viel zu einem guten Gesamteindruck des Grundstücks beitragen.

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Durch den Bodendecker (Storchschnabel) ist dieser Vorgarten pflegeleicht, bietet Insekten Nahrung und im Winter eine immergrüne Blattdecke.

© Foto: Siebrecht

Wie eine grüne Oase zwischen Eingang und Straße schafft ein Vorgarten Abstand zum öffentlichen Raum und trägt durch Pflanzen zu einem besseren Kleinklima bei. Die Blätter von Bäumen, Sträuchern und Stauden verdunsten Wasser und befeuchten dadurch die Luft. Sie beschatten den Boden und wirken so gegen die Aufheizung der Siedlung, filtern Feinstaub aus der Luft, lassen auf den Pflanzflächen Regenwasser versickern und wirken so gegen Hochwässer und für die Neubildung von Grundwasser. Artenreiche Vorgärten sind Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Wer ein Herz für die Natur hat, freut sich am Vogelnest im Hausbaum oder den Bienen, die die Blüten der Kletterrose an der Hauswand besuchen. Es lohnt sich, dem Vorgarten mehr Aufmerksamkeit zu widmen, denn man durchquert ihn täglich mehrmals und kann zu jeder Jahreszeit seine Höhepunkte genießen, vom ersten Krokus bis zur flammenden Herbstfärbung. Wer seinen Garten nur mit Steinen und immergrünen Pflanzen bestückt, bringt sich um dieses Vergnügen.
Gestaltungstipps:
Die Anlage eines schönen Vorgartens muss nicht teuer sein und seine Pflege nicht zeitaufwändig. Wichtig ist es, die Erde mit einer Blätterdecke oder mit Mulchmaterial bedeckt zu halten, damit sich wenig Spontanbegrünung ansiedeln kann. Als Mulchmaterial eignet sich gut eine Rindenmulch-Schicht, in der keimende Unkräuter nicht Fuß fassen können. Das organische Material wird von Bodenlebewesen in Humus umgewandelt und verbessert mit seiner Düngewirkung den Boden. In Rindenmulch lässt sich das wenige Unkraut leicht ausziehen oder mit der Hacke entfernen. Nicht gut geeignet als Abdeckung ist grober Schotter auf einer Folie. Auch hier bildet sich durch Staub aus der Luft mit der Zeit eine neue Bodenschicht. Zwischen den Steinen lassen sich Unkräuter nur schwer ausziehen, Hacken ist nicht möglich. Auf einer Kies- oder Schotterfläche wirkt jedes angewehte Blatt ungepflegt, was in einer lebendigen Pflanzung nicht auffällt. Der „Königsweg“ für einen pflegeleichten Vorgarten ist die Anlage einer bodeneckenden Pflanzung, aus Kleinsträuchern oder Stauden, die im eingewachsenen Zustand Unkrautwachstum fast völlig unterdrückt und auch noch der Tierwelt Lebensraum bietet und die Menschen mit Blüten erfreut.
Ein Vorgarten kann mehr!
Ein Vorgarten kann mehr sein als Abstandsgrün. Auf einer Bank oder einer kleinen Terrasse vor dem Haus kann man einen Kaffee in der Sonne genießen oder ein nettes Gespräch mit der Nachbarin führen. Der Gartenfachhandel bietet Sitzmöbel in vielen Ausführungen an.
Für Mülltonnen oder Fahrräder gibt es ansprechende Boxen aus Holz, Metall oder Kunststoff, die im Vorgarten einen Platz finden können. So hat man kurze Wege mit der Mülltonne zur Straße und einen sicheren und trockenen Platz für das Fahrrad
Auch Dekorationselement wie Findlinge, schöne Pflanzgefäße oder eine Vogeltränke können einen Vorgarten zieren. Vom Gartenstecker bis zum Kunstobjekt ist für jeden Geschmack und jeden Stil etwas zu Finden.
Ein Teich im Vorgarten?
Ohne großen Aufwand lassen sich auch kleine Teiche oder Brunnenanlagen in die Gestaltung des Vorgartens einbinden. Im Baustoff-oder Gartenhandel findet man dazu komplette Bausätze mit von der Sonne angetriebenen Pumpen, die auch der Heimwerker aufbauen kann. So braucht man keinen Stromanschluss. Vorgefertigte Teichbecken sind oft stufenförmig aufgebaut und bieten Lebensbereiche für Wasser- und Sumpfpflanzen. Auch in kleinen Gartenteichen können sich junge Frösche oder Molche entwickeln. Das ist faszinierend zu beobachten wie sich aus einem glibberigen Ei ein Amphibium entwickelt. Zu anderen Häusern passt besser eine Brunnenanlage. Das kann ein einfacher, durchbohrter Findling oder eine großer Tontopf sein, der mit einem unterirdischen Wasserreservoir und einer Solarpumpe betrieben wird. Vögel und Insekten besuchen solche Brunnen gerne zum Trinken und Baden.
Gartenmärkte bieten eine Vielfalt an Pflanzen, die man gut im Vorgarten einsetzten kann. Bei der Auswahl sollte man unbedingt beachten, ob es sich um einen sonnigen oder einen schattigen Standort handelt. Auch ist es wichtig, sich vor der Pflanzung über die Größe des ausgewachsenen Gehölzes zu informieren, damit einem der Vorgarten nach ein paar Jahren nicht buchstäblich über den Kopf wächst. Holen Sie sich kompetenten Rat bei ausgebildeten Gärtnern in den Fachgeschäften der Umgebung.
Der Hausbaum
Früher war es üblich, einen Hausbaum zu pflanzen. Dies ist heute noch am Namen von Gaststätten wie „Zur Linde“ oder „Zur deutschen Eiche“ ablesbar. Heute gibt es auch für den schmalen Vorgarten kleinkronige Bäume, die mit ihren Blüten und Blättern bezaubern. Flieder, Rotdorn oder die Vogelbeere sind klein bleibende, heimische Gehölze, die auch intensiv von Insekten besucht werden. Besonders beliebt zu moderner Architektur sind Kugelformen wie der Kugelahorn, die Kugelrobinie oder der Kugel-Trompetenbaum. Mit einem Durchmesser von nur 2 Metern bleiben Säulenformen besonders schmal. Säulenwacholder und Säuleneibe sind immergrün. Besonders schöne Blüten hat die Säulenkirsche und die Säulenvogelbeere trägt leuchtend orange Früchte.