Weimar (csh) - Für Blinde und Sehbehinderte ist das Universum kaum oder nicht wahrnehmbar. Nicht an jeder Schule wird Astronomie gelehrt. Constantin Weickart (17, Gymnasiast) beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Sternen und holte sie vom Himmel.
Sabine Gladis, Dr. Paul Brockhausen und Constantin Weickart nach einer Pilot-Astronomiestunde an der Diesterwegschule Weimar
© Foto: cshFür die Schüler der 7. und 8. Klassen der Diesterwegschule (Staatliches überregionales Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Sehen) wurde heute Astronomie (be)greifbar erklärt. Constantin Weickart, selbst Schüler der 11. Klasse in Zürich, ist fasziniert von den Sternen, die am Himmel zu sehen sind. Durch einen blinden Freund wurde ihm bewusst, dass nicht alle die Farben, Formen und Bilder am Himmel sehen. Das wollte er ändern und setzte sein Wissen in 3D-Modellen um, die er teils selbst bastelte. Mit einfachen Mitteln, wie Spielwürfel, Magneten oder Sand, umschreibt er die Dinge am Himmel, die unerreichbar scheinen. So erklärt er spannend und Neugierde weckend, die Milchstraße, das Sonnensystem oder schwarze Löcher und elektromagnetische Wellen. Constantin Weickart schenkte seine Modelle der Diesterwegschule und überreichte diese stellvertretend an Sabine Gladis (stellvertretende Schulleiterin).
Dr. Paul Brockhausen (Thüringer Beauftragter für Menschen mit Behinderung) interessierte sich sehr für dieses spannende Thema und stellte, wie die Schüler der Diesterwegschule viele Fragen zum Thema. Das Astronomie und Physik nahe beieinander liegen, konnten sie beiden Klassen ihrer Lehrerin Sabine Gladis (Physik und Astronomie) in einer sehr ungewöhnlichen Stunde, die Constantin Weickart mit viel Wissen füllte, bestätigen. Der Blick ins Weltall brachte ihn als Volunteer (freiwilliger Helfer) zum Institut für neue soziale Antworten (INSA), wo er seine Erfahrungen einbringen konnte. Er setzt sich für den Astronomie-Unterricht an Schulen für Blinde und Sehbehinderte ein und beschäftigt sich intensiv damit, wie die unerreichbaren Weiten des Weltalls auch jungen Sehbehinderten näher gebracht werden können.
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