Arnstadt (ke) - Nicht mit Putzmittel und Lappen begann am Montag der Frühjahrsputz am „Spittel“ in der Erfurter Straße. Malermeister Volker Postel aus Plaue musste schon etwas schwereres Geschütz auffahren, um 14 Fenster auf der Straßenseite wieder nahezu in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Waren es doch weniger die vom Straßenstaub verschmutzen Scheiben, mit denen sich Postel zwei Tage lang beschäftigte, sondern die in die Jahre gekommen historischen Rahmen der Fenster. Diese wurden gründlich von Schmutz und alten Anstrichen befreit, dann geschliffen und teilweise neu verkittet und abschließend mit einem neuen Anstrich versehen. Mit dieser Aktion wurde der kleine Plauener Familienbetrieb nicht zum ersten Mal am Spittel aktiv. „Volker Postel hat im vergangenen Jahr auch schon Teile der Fassade mit einem neuen Anstrich versehen“, freut sich Christian Hühn als Vorsitzender des „Kuratoriums St. Georg e.V.“ über die tatkräftige Unterstützung. Diese Schönheitsreparaturen sind zwar nur kleine, aber deutlich sichtbare Fortschritte, bei der Sanierung eines der ältesten Gebäude der Stadt.
Dringend notwendig wäre allerdings die Notsicherung des rechten Gebäudeteiles. Hier muss dringend das Dach samt Balkenunterkonstruktion erneuert werden, um das Gebäude wieder auf eine Nutzung vorbereiten zu können. „Dazu müssen wir abwarten, ob im Stadtrat die notwendigen Gelder im Haushalt eingestellt werden“, sagt Hühn, wohlwissend, dass Gebäude wie das Schlossmuseum hier höhere Priorität haben. Aber an der Dachsanierung führt kein Weg vorbei. „Bei jedem Sturm fallen Ziegel vom Dach. Das Kuratorium hat große Probleme, diese Stellen immer wieder auszubessern“, schildert er die Problematik. Die linke Dachhälfte über der St. Georgenkapelle konnte bereits vor einigen Jahren saniert werden, so dass die Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche die Kapelle regelmäßig für Gottesdienste nutzen kann. Aber auch das restliche Gebäude würde Christian Hühn, der als SPD-Kandidat für den Bürgermeistermeisterposten in Arnstadt antritt, gern wieder mit Leben füllen. Gern würde er Künstler einladen, die die Räume zumindest zeitweise mit Kunst und neuen Ideen beleben. „Dies könnte vielleicht eine neue Sichtweise auf das Haus eröffnen, hängt aber davon ab ob und wann die Sicherung des Daches erfolgen kann“, so Hühn.