Für ein soziales Europa

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Setzen sich für ein soziales Europa ein (v.l.) Mara Schulz-Fencke, Theresa Dissen, Matthias Krieg (Diözesan-Caritasverband Paderborn), Ute Dohmann-Bannenberg (HPZ), Gülsinem Uca (youngcaritas), Sr. Angela Benoit, Giulia Maira (youngcaritas), Sören Spönlein (Hansestadt Warburg), Sabine Breda, Alwine Petker (beide HPZ), Katja Walther (SkF Warburg/youngcaritas), Sr. Alexandra Völzke, Eugene Janzen, Thomas Rudolphi (Vorstand Caritas Höxter) und Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig.

© Foto: cpd/Jonas

Warburg (wrs) - Für ein soziales Europa haben sich rund 150 Teilnehmer eines „etwas anderen G-7-Gipfels“ in Warburg eingesetzt. Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig rief in der Aula des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrums (HPZ) St. Laurentius dazu auf, sich weiterhin für ein Europa des Friedens und der Chancengleichheit zu engagieren. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir seit vielen Jahrzehnten in Frieden leben.“ Als Sohn eines Kriegsteilnehmers wisse er, dass das keine Selbstverständlichkeit sei. Die Europawahl am 26. Mai sei deshalb sehr wichtig und zukunftsweisend für Europa. „Europa ermöglicht uns, in Freiheit leben und arbeiten zu können, wo wir wollen“, gab er den Teilnehmern der inklusiven Tagung, überwiegend Schülerinnen und Schüler von vier Warburger Schulen sowie Beschäftigen einer Werkstatt für behinderte Menschen, mit auf den Weg.
Dass Menschen mit Behinderung, die bisher von Wahlen ausgeschlossen wurden, nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts künftig auch wählen dürfen, hob Karl-Heinz Vogt hervor, Vorstandsvorsitzender der Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn (CWW), Träger des HPZ. „Ich finde das großartig.“ Zwei der bundesweit acht erfolgreichen Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht begrüßte er unter den Teilnehmern: Klaus Winkel und Margarete Kornhoff, beides Bewohner des HPZ. Beide hoffen darauf, auch schon bei den Europawahlen wählen zu dürfen.
Die Organisatoren des etwas anderen G-7-Gipfels, Matthias Krieg vom Diözesan-Caritasverband Paderborn und Katja Walther, beim SkF Warburg Projektleiterin der youngcaritas, betonten, nicht nur die wirtschaftlich mächtigen Staaten, die G7, würden die Geschicke der Menschen in Europa bestimmen. „Vielmehr bestimmen wir selbst, wie es in und mit Europa weitergeht.“ Gerade junge Menschen wolle man für ein geeintes Europa sensibilisieren und ihnen kreativ die Vorteile eines sozialen Europa nahebringen.
Konkret geschah dies in sieben Workshops. Die Franziskanerinnen Sr. Angela Benoit und Sr. Alexandra Völzke gaben Tipps, was jeder einzelne zur Bewahrung der Umwelt in Europa beitragen kann. Thomas Rudolphi von der Caritas Höxter erläuterte, wie sich Armut in Europa und bei uns zeigt und wie sie überwunden werden kann. Eine Familie aus Albanien berichtete, wie Europa ihr Heimat bietet. Ute Dohmann-Bannenberg vom HPZ erklärte, was das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Wahlrecht für Konsequenzen hat. Die youngcaritas zeigte Möglichkeiten der politischen Mitwirkung auf. Die Frage der Gerechtigkeit in den Beziehungen zwischen Staaten erörterte die Erdcharta-Botschafterin Cornelia Moers-Mindermann. Und Sören Spönlein als Vertreter der Hansestadt Warburg hob den Beitrag der Hanse für den Frieden in Europa hervor. Mit Workshop-Teilnehmern erarbeitete er erste Ideen für den internationalen Hansetag, der 2036 in Warburg stattfinden wird.