Deportation im September 1942

Gedenken ans Ende der jüdischen Gemeinde

Geisa (Kleber/sj) - 70 Jahre sind vergangen, dass mit der zweiten Deportationswelle im September 1942 acht Geisaer Juden in die Vernichtung geschickt wurden.

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Historische - jetzt unleserliche - Gedenktafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Geisaer Juden

© Foto: Kleber

Sie kamen ins KZ Theresienstadt im heutigen Tschechien. Vier starben dort. Im Mai des gleichen Jahres waren acht Juden nach Polen abtransportiert und ermordet worden. Mit der Deportation im September 1942 hörte die starke jüdische Gemeinde in Geisa auf zu existieren. Eine Synagoge gab es ohnehin nicht mehr, und die Ruine des im November 1938 völlig demolierten Gebäudes wurde zwei Jahre später abgebrochen. Zuvor hatte man aus den Trümmern die Gedenktafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Geisaer Juden geborgen und auf dem Judenfriedhof gebracht. Vor einigen Jahren konnte man die Aufschrift noch gut lesen. Heute ist nichts mehr zu erkennen. Der jüdische Autor Israel Schwierz hatte in seinem 1996 erschienenen Buch „Für das Vaterland starben“, mit dem Untertitel „Denkmäler und Gedenktafeln für jüdische Soldaten in Thüringen“, die Geisaer Tafel auf der Titelseite abgebildet. „Wir sollten sorgen, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschlands, dem allein sechs Millionen Juden zum Opfer fielen, niemals vergessen werden. Das ist gerade heute wichtig, wo in Thüringen da und dort wieder nazistisches Gedankengut verbreitet wird. Es sei auf den schon im Vorjahr gemachten Vorschlag verwiesen, an der Stelle, an der die Synagoge gestanden hat, eine Gedenktafel anzubringen, auf der die Namen aller 14 Geisaer Juden verzeichnet werden, die Opfer der Nazidiktatur wurden." (Heinz Kleber)

 

 

 

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