Peggy Blasi: Wandmalerei im Hof

Gegen leere Fassaden: Apolda braucht viel mehr Street-Art

Apolda (HM) - Hin und wieder tritt sie unter dem Künstlernamen „Lorena“ auf. Zahlreiche Ausstellungen in Apolda und außerhalb brachten ihr Anerkennung und auch Arbeit ein. Vor allem strahlen ihre Bilder Freude und Optimismus aus. Das war auch so, als sie für die Lessing-Schule in Apolda ein Lessing-Porträt malte und einfach so das Werk dem Schulleiter zum 10. Gründungstag der Bildungseinrichtung in die Hand drückte. Ihre Meinung: Eine Lessing-Schule ohne Lessing? Das geht gar nicht!

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Die Apoldaer Künstlerin Peggy Blasi hat schon mal angefangen, Apoldaer Motive auf Apoldaer Leer-Fassaden zu malen.

© Foto: HM

So scheint es auch in ihrem Hof zu sein. Eine Apoldaer Künstlerin ohne ein Bild von Apolda an der glatten Putzwand? Das geht doch gar nicht.

Und so nahm sie sich eine gute Woche Zeit, vertiefte sich in einen Kupferstich der Stadt aus dem Jahre 1860 und gestaltete das Bild im freien Stil – ohne Schablone oder Rastermethode.

Auf der verbleibenden Fläche hätten noch gut die Motive Luft-Schiff-Fahrt oder Automobilbau oder Produktion von Landmaschinen Platz. Denn es gab einen Apoldaer Pionier der Luft-Schiff-Fahrt, Albert Paul Veeh und auch den Automobilbau mit einem gewissen Ruppe oder Carl Slevogt.

„Das könnte gut die mittelalterliche Stadt bereichern. Um die Aufbruchstimmung und Mobilität im 20. Jahrhunderts“, verdeutlichte Peggy Blasi. 

Die Gestaltung des Hofes an der Theo-Neubauer-Straße war ein Grund, ein anderer der Beweis, dass Apoldaer Künstler sehr wohl auch zur Farbenpracht an bislang freien öffentlichen Flächen der Stadt beitragen können.

Natürlich muss man auch sehen, wie so eine gelbe Fläche ausschaut, wenn sie warmen Brauntönen gestaltet wird. Deshalb stehen ihre Türen offen, auch wenn es noch kein richtiges Atelier gibt. Zu sehen gibt es aber die Ausstellungsbilder, Entwürfe, Porträts bis hin zu den farbigen Pop-Art-Werken. Was nun auch genutzt wurde, denn die ersten „Auftragswerke“ in deren Folge sind demnächst zu realisieren. Eine bemalte Wandfläche wird einer Firma zur Werbung dienen, eine andere großflächige Arbeit zeigt eine Bücherwand, die künftig in einer Buchhandlung zu sehen sein wird und als Hintergrund für Fotoaufnahmen dienen. Schließlich ist immer LeseZeit!

Für Peggy Blasi ist allerdings immer MalZeit, weshalb sie freilich auch die Diskussion um die gestalteten Wandflächen der Stadt, etwa den Prominentenbalkon, aktiv verfolgt. Apolda hätte es verdient, besonders im Hinblick auf die Landesgartenschau 2017, noch mehr an farbigen Motivflächen zu besitzen, die letztlich auch Lebensfreude ausstrahlen.

Vielleicht gibt es ja demnächst einen Künstlerstammtisch mit den Stadtvätern und -müttern, wo neue Ideen reifen und schließlich umgesetzt werden.

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