Selbsthilfegruppe „pro barrierefrei“

Haltestelle am Hellweg: Stephan Wieners zu Besuch

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Die Selbsthilfegruppe „pro barrierefrei“.

© Foto: privat

Bad Driburg (ozm) - Die Selbsthilfegruppe mit ihrer Sprecherin Diana Deppe hatte Stephan Wieners in die Haltestelle eingeladen.
Stephan Wieners ist Diplom-Sozialpädagoge und als Projektleiter des Kompetenzzentrums Selbstbestimmtes Leben
(KSL) im Regierungsbezirk Detmold u.a. für den Kreis Höxter zuständig. Das KSL in Bielefeld, 2016 eingerichtet,
ist eines der Zentren, die im Rahmen des Aktionsplans „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ ab 2012 geschaffen wurden.
Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen, die ihr Leben weitestgehend selbst bestimmen sollen.
Weitere Zentren gibt es für die Schwerpunkte Sinnesbehinderungen, also gehörlose Menschen oder solche mit einer Hörbehinderung,
Blinde und Sehbehinderte, Taubblinde bzw. Menschen mit Hör- und Sehbehinderung.
Diese Zentren werden vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Land NRW finanziert.
Im Zentrum Bielefeld arbeiten sechs Pädagogen, Juristen und Sozialwissenschaftler, drei davon haben selbst eine Behinderung.
Diese Fachleute beraten Beratungsstellen, helfen Missstände zu beseitigen, setzen sich für die Rechte der Menschen mit Behinderungen ein und wirken an der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit.
In unserer Region OWL ist das KSL für rund zwei Millionen Bürger in 70 Städten und Gemeinden zuständig,
auch die Stadt Bad Driburg. Behindertenbeiräte können hier Unterstützung finden. Deshalb war auch Thomas Cillessen
der Einladung der Selbsthilfegruppe „pro barrierefrei“ gefolgt, der bei der Stadt Ansprechpartner für Menschen mit Handicap
ist und den Kontakt mit Stephan Wieners und dem KSL für seine Arbeit nutzen möchte. Die Gruppe plädiert für die Einrichtung eines Behindertenbeirates im Rat der Stadt. Ein weiteres Anliegen bezieht sich auf die Werkstätten, die laut der EU-Behindertenrechtskonvention die Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt eingliedern sollten.
Hier sei jedoch oft noch keine echte Inklusion, also Teilhabe und Integration in die Gesellschaft bewirkt worden, erklärt Diana Deppe.
Angesichts der Leerstände am Hellweg schlägt die Selbsthilfegruppe die Einrichtung eines Gesundheitszentrums mit Ärzten, Physiotherapeuten und Apothekern vor.