Meiningen (tk) - Die Provinz Ladakh im Norden Indiens ist seit mittlerweile acht Jahren regelmäßig das Ziel eines Meininger Hilfsprojektes um den Zahnarzt Maik Wieczorrek. Im Juli startet eine vierköpfige Truppe erneut zu einer Hilfsaktion in die Himalaya-Region. Die besondere Aufmerksamkeit der Helfer gilt in diesem Jahr einer Handvoll einheimischer Familien, die im März 2011 ein tragischer Schicksalsschlag ereignete.
Der Initiator des Meininger Hilfsprojektes, Maik Wieczorrek (links), und Mitstreiter Fred Kißling.
© Foto: Tina KwiatkowskiDamals waren nahe der Ortschaft Lingshed fünf Familienväter bei einem Lawinenunglück ums Leben gekommen, nachdem sie ihre Kinder zur Schule gebracht hatten. Die Männer hatten sich auf dem Rückweg in ihre Dörfer befunden, als sie in einem Flusstal von einer Schneelawine erfasst und verschüttet wurden. Ihre Leichen konnten erst zwei Monate später geborgen werden. Der Meininger Verein „Ladakhpartners“ hatte damals umgehend Lawinensonden und Spezialschaufeln in die Region geschickt. Nun sammelt er für die zurückgebliebenen fünf Frauen und insgesamt 19 Kinder Spendengelder, die die Familien bei der Sicherung ihres Lebensunterhaltes unterstützen sollen. Hierfür veranstalten die Ladakhpartners am Samstag, den 16. Juni 2012 ein Benefizkonzert mit der Band „Slow Train“ auf der Kleinkunstbühne „Rautenkranz“. Die gesammelten Spendengelder sollen auch in die Anschaffung von Lawinensonden und Schaufeln fließen, damit Verschüttete künftig vielleicht noch rechtzeitig gefunden werden können.
Der Meininger Zahnarzt Maik Wieczorrek, der im Jahr 2004 zu seiner ersten Reise nach Ladakh aufgebrochen war, nimmt an der diesjährigen Hilfsaktion nicht teil. An seiner Stelle wollen der Meininger Berufsschullehrer Fred Kißling, dessen Lebensgefährtin Gudrun Greiner-Pohl, der Stepfershäuser Ronald Schad sowie die Zahnärztin Claudia Wölk aus Elgersburg für drei Wochen nach Indien reisen. Die Zahnärztin soll dort die 2004 begonnene Tradition der Meininger Hilfsaktion fortführen und tibetanischen Naturärzten - den Amchis - Seminare zu westlichen Methoden der zahnärztlichen Behandlung geben. Dabei legen die Ladakhpartners großen Wert darauf, den Amchis keine westlichen Standards aufzuzwängen, sondern sie in ihren traditionellen Behandlungsmethoden zu unterstützen. Die Meininger wollen im Zuge ihrer diesjährigen Tour außerdem Möglichkeiten zum Bau einer Solaranlage ausloten.
Der Verein „Ladakhpartners“ wurde erst sechs Jahre nach der ersten Reise im März 2010 gegründet. Inzwischen gehören ihm etwa 40 Mitglieder an. Neben den aktiven Helfern, die regelmäßig selbst vor Ort sind, sind dies vor allem finanzielle Förderer.
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