Zusammenarbeit mit dem Klinikum

Ilmenauer Schüler forschen zum Thema Reanimation

Suhl/Ilmenau (pm/sg) - Jugend-forscht-Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission geht an Schüler des Goethegymnasiums in Ilmenau. Möglichst frühzeitig die richtige Therapie für reanimierte Patienten einzuleiten, war das Ziel von drei Gymnasiasten des Goethegymnasiums in Ilmenau. Unterstützt vom SRH Zentralklinikum Suhl untersuchten Sebastian Hottenrott (18), Felix Schalk (18) und Toni Munteanu (17) in einer einjährigen Studie die Genesungsentwicklung von 30 reanimierten Patienten und suchten nach einer Möglichkeit frühzeitig Aussagen über Schäden und Heilungschancen zu treffen. Für diese Forschungsarbeit werden sie von der Christoffel-Blindenmission (CBM) mit dem Sonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ im Rahmen des Landeswettbewerbs Thüringen der Stiftung „Jugend forscht“ ausgezeichnet.

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Ilmenauer Schüler forschen zum Thema Reanimation

© Foto: Klinikum

Frühzeitig Hinweise erkennen
Bei einem medizinischen Notfall kann ein Notarzt heute oft schon in kürzester Zeit vor Ort sein. Das ist bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand oft auch entscheidend. Ärzte sprechen von drei bis fünf Minuten, die das Gehirn ohne Sauerstoff auskommt, bevor schwere bleibende Schäden entstehen. Um nach einer erfolgreichen Reanimation rechtzeitig die richtige Therapie einzuleiten, untersuchten die drei Gymnasiasten sogenannte Biomarker im Blut, die frühzeitig Hinweise auf die Genesungschancen und passende Therapien geben. Entgegen bisheriger Studien stellten sie fest, dass nicht die Höhe der Biomarker im Blut zu Beginn der Behandlung entscheidend für den weiteren Genesungsverlauf der Patienten ist, sondern die weitere Steigerung dieser Werte. Eine gleichbleibende Konzentration innerhalb der ersten 48 Stunden wirkte sich bei den von ihnen untersuchten Patienten positiv auf die Genesung aus. Ihre Ergebnisse verdeutlichen auch, dass die häufig angewandte Hypothermie, also eine Abkühlung der Körpertemperatur auf etwa 34°C für bis zu 48 Stunden, bei vielen Patienten die Erholung verbessert. Unterstützt wurden sie bei ihren Forschungen von Wolfram Schummer, Chefarzt für Anästhesie und Intensivtherapie am SRH Zentralklinikum Suhl.

Die Nachwuchsforscher kommen zu dem Schluss, dass weitere Untersuchungen mit größeren Patientenzahlen erforderlich sind, um fundierte Aussagen zu treffen. Für diese umfangreiche und detaillierte Forschungsarbeit, die dazu beiträgt, dass rechtzeitig Hilfe geleistet wird, zeichnet die CBM sie mit ihrem Sonderpreis aus. Weltweit gibt es eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Studien und Erfindungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in 803 Projekten in 89 Ländern weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte. Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.