Sonderausstellung in der Alten Synagoge

Jüdische Ritualbäder – fotografiert von Peter Seidel

Erfurt (dp) – In einer Sonderausstellung „Ganz rein! Jüdische Ritualbäder“ werden in der Alten Synagoge Fotos des Künstlers Peter Seidel aus Frankfurt/Main gezeigt.

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Fotograf Peter Seidel und Ines Beese, Chefin der Alten Synagoge, neben dem Foto der Erfurter Mikwe.

© Foto: dp

Es sind Bäder in ganz Deutschland und Europa, die zu den unterschiedlichsten Epochen – von der späten Antike bis zur Gegenwart - gebaut wurden. Auf 16 Bildern sind die Tauchbäder auf faszinierenden Fotografien dokumentarisch und künstlerisch wiedergegeben. Da ist beispielsweise die Mikwe von Ostia aus dem Jahr 350, die in Montpellier von 1250 oder die in Andernach um 1300.  Die jüngste Mikwe stammt aus dem Jahr 1987 und steht in Mannheim. Die älteste ist die in Ostia bei Rom. Selbst in Schwedt, einer Stadt, in der man ein solches Ritualbad kaum vermutet, wurde 1862 eines gebaut. Der Fotograf Peter Seidel interessiert sich schon sehr lange für die Tauchbäder und hatte häufig Schwierigkeiten zu überwinden, um sie fotografieren zu können.

© lm

„Oft genug musste ich wegen einer Genehmigung bis zum Oberbürgermeister gehen“, erzählt er. „Manche stehen außerdem auf privatem Grund und Boden. Da musste ich mit den Besitzern klarkommen.“ Nun ist eine Ausstellung zusammengekommen, die außerordentlich sehenswert und sehr arbeitsintensiv ist. Allein an der Erfurter Mikwe hat Peter Seidel fünf Tage gearbeitet. Hier faszinierte den Künstler besonders der Kontrast zwischen dem mittelalterlichen Bau der Mikwe und dem modernen Schutzbau, der darüber errichtet wurde. „Ein solches Zusammenspiel zwischen alt und neu habe ich bei noch keiner anderen Mikwe in Europa erleben können“, so Seidel.

Der Fotograf wurde in Marburg an der Lahn geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf, wo er heute noch lebt und arbeitet. Er hat sich vor allem mit der Fotografie von Architektur und Industrie-Anlagen einen Namen gemacht. Sein Interesse gilt seit Langem verborgenen und unterirdischen Räumen, was schließlich dazu führte, die jüdischen Ritualbäder fotografisch festzuhalten. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Januar 2012 geöffnet.

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