Kunstprojekt kommt nach Warburg

Warburg (wrs) - Der niederländische Dokumentarfotograf Ruben Timman hat weltweit mehr als 3.500 Personen porträtiert. Die Bilder thematisieren die Menschenwürde. Eine Auswahl der Werke soll ab Mai in der Hansestadt zu sehen sein
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Die internationale Porträt-Ausstellung "Museum der Menschheit" kommt nach Warburg.

© Foto: Vivien Tharun

Dass die Freilichtausstellung des „Museum der Menschheit“ nach Warburg kommen soll, ist einer Verkettung von Erlebnissen zu verdanken. Der Dokumentarfotograf Ruben Timman hat weltweit mehr als 3.500 Menschen fotografiert. Eine Auswahl der dabei entstandenen Werke soll vom 26. Mai bis zum 13. Oktober in Warburg zu sehen sein. Die rund 1,80 Meter hohen wetterfesten Porträts sollen dann in der Innenstadt stehen. Es wird die erste Freilichtausstellung des „Museum der Menschheit“ außerhalb der Niederlande sein. 
Begonnen hat das Fotoprojekt bereits im Jahr 2001. Damals hatte Timman einen Traum, als er gerade für eine Reportage in Vietnam unterwegs war. Er träumte eines Nachts, Kofi Annan würde ihn durch ein verfallenes Gebäude führen, in dem Bilder verschiedener Menschen hingen. Das Gebäude hieß „Museum der Menschheit“. Als Timman aufwachte wusste er: Er wird ein Museum für die Menschheit schaffen, das nicht zerfällt und Kofi Annan wird es eröffnen. 
Auf der Suche nach Kontakt zu Annan traf Timman auf Gez Asafu-Agyei. Asafu-Agyei hat sowohl einen Wohnsitz in den Niederlanden als auch in Warburg. Sein Vater war ein Schulfreund Annans. 
Zwar verstarb Annan im vorigen Jahr, doch Kontakt zu der ghanaischen Familie konnte Timman nun aufnehmen. Timman versucht auf diese Weise seinem Projekt mehr Bekanntheit zu verschaffen.
 Asafu-Agyei sagt, das erste Treffen mit Timman schien ihm "magisch" und er war so gefesselt
 von den Bildern, dass er diese der Welt zeigen wollte. "Ruben Timmans Traum, Kofi Annan in
 die Eröffnung des "Museums der Menschheit" einzubeziehen, hat uns zusammen gebracht.
 Seitdem bin ich Botschafter für Timmans Kunst." 
Das Projekt behandelt die menschliche Würde. Die Bilder sollen den Betrachter dazu bringen, seine Rolle und sein Handeln in der Gesellschaft zu überdenken. Timman ist in den vergangenen 15 Jahren durch zahlreiche Länder gereist und hat Menschen unter teilweise widrigen Umständen porträtiert. 
Zu sehen sind in Warburg ab Mai unter anderem Porträts von jesidischen Flüchtlingen im Irak, Menschen aus Suriname und dem Dschungel von Calais. Darüber hinaus werden auch Bilder von Warburgern zu sehen sein. Einige entstanden 2018 auf dem örtlichen Kälkenfest, andere in der Flüchtlingsunterkunft in Dössel. 
Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln begrüßt es, dass eine internationale Ausstellung mit gesellschaftlicher Aussage in die Stadt kommt: „Die Idee und die grandiose Umsetzung des 'Museums der Menschheit' haben mich ebenso begeistert wie auch tief berührt und bewegt“, sagt Stickeln. 
Für die Stadt Warburg sei die Aussage der Porträts, dass jeder Mensch Würde in sich trage und respektvoll behandelt werden sollte, wichtig für die nachfolgenden Generationen. Zudem sei das Projekt eine kulturelle Bereicherung für die Hansestadt, so Stickeln. 
In den Niederlanden wird am 23. März die erste Dauerausstellung des „Museum of Humanity“, wie es auf Englisch heißt, eröffnen. In einer ehemaligen Munitionsfabrik in der Nähe von Amsterdam werden hunderte Porträts von Menschen aus der ganzen Welt zu sehen sein.
 „Ich freue mich, nach der Eröffnung des Museums in den Niederlanden unsere erste Freilicht-Ausstellung in Deutschland haben zu können“, sagt Fotograf Timman. „Warburg wird unsere erste Station auf einer weltweiten Tour sein.“
 Das Museum der Menschheit hat sich einerseits das Ziel gesetzt, Schönheit und Würde aller Menschen sichtbar zu machen, zum anderen wird diese Ausstellung Menschen dazu ermutigen, sich selbst, andere und die Welt neu zu betrachten.
 Hinter der Organisation der Ausstellung steckt ein Team aus Zaandam (Niederlande), Warburg und Berlin. Über einen ersten Ablauf der Organisation informierte das Team die Warburger am 28. Februar im Café Time Out. Dabei ergaben sich Ideen für Kooperationen mit Schülern und Geschäften in der Stadt. Es wurde auch über die finanzielle Lage gesprochen: Etwas mehr als die Hälfte der Ausstellungskosten für Warburg konnten bereits aufgebracht werden. Für die andere Hälfte werden noch Sponsoren gesucht. Das Team freut sich auch über Menschen, die das Projekt in Warburg ehrenamtlich unterstützen möchten. Zum Beispiel mit Führungen oder zur Aufsicht. 
Weitere Informationen im Internet unter www.museumofhumanity.nl/de.