Gera (pt) - Wer zwischen Weihnachten und Neujahr Urlaub hat und mit seiner Familie ins Museum gehen möchte, der ist in der neuen Sonderausstellung „Mit Volldampf in die neue Zeit" im Stadtmuseum Gera genau richtig. Wer weiß schon, dass Johann Christoph Münch im Februar 1811 in Gera die Genehmigung erhielt, in seinem in der Greizer Straße / Ecke Stadtgraben gelegenen Wohnhaus eine Baumwollspinnerei mit einer kleinen Spinnmaschine anzulegen?
Mit Volldampf in die neue Zeit: Die Leiterin des Stadtmuseums, Ute Heckmann, und ihr Team präsentieren einen Querschnitt durch die Geraer Industriegeschichte.
© Foto: Stadt GeraDas war der Start für die Industrialisierung in Gera. Oder kennt jemand das Modell des 1906 in Gera von den Firmen Friedrich Erdmann und Traugott Golde konstruierten und gebauten Transporters? Einen Querschnitt durch 200 Jahre Geraer Industriegeschichte präsentiert das Stadtmuseum den Besuchern bis zum 9. April 2012 mit interessanten Informationen und Details anhand von rund 300 Objekten auf einer Fläche von zirka 250 Quadratmetern.
„Das markante Datum für Gera ist das Jahr 1811. Den Beginn der Industrialisierung kann man in Gera an der Aufstellung der ersten Maschinen, Baumwollspinnmaschinen, festmachen, die Johann Christoph Münch in Betrieb nahm", berichtet die Leiterin der Stadtmuseums Ute Heckmann. Unter denen in der Schau gezeigten Exponaten befinden sich u.a. Großobjekte wie das Funktionsmodell der ersten Geraer Dampfmaschine aus dem Jahr 1833, ein Arbeitsplatz zur Endkontrolle von Geweben in der Firma Schulenburg & Bessler oder ein sieben Quadratmeter großes Gemälde, das eine Werkhalle im VEB Blendax zeigt. Auch Modelle belegen die breite Vielfalt der Geraer Industrie. Sehenswert sind besonders die Modelle eines mechanischen Webstuhls aus der Zeit um 1900, eines Autos, das 1906 in Gera hergestellt wurde, oder einer Flaschenreinigungsmaschine aus den 1980er Jahren. Darüber hinaus wird die Industriegeschichte durch eine große Anzahl Firmenansichten, Innenaufnahmen von Fabrikhallen und Werbeprospekten sowie in Gera hergestellter Produkte widergespiegelt. Die Ausstellung ist bis 9. April 2012 im Stadtmuseum Gera, Museumsplatz 1, Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, 11 bis 18 Uhr, geöffnet.
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