Kirchheim (Volkssternwarte/ke) - Am Nachmittag des 10. Dezember kommt es zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einer totalen Mondfinsternis. Wie bereits im Sommer wird dieses Ereignis in unseren Breiten leider nur teilweise zu verfolgen sein.
Zu Beginn der Totalität um 15:06 Uhr befindet sich der Vollmond noch unter dem Horizont. Fast zeitgleich mit dem Sonnenuntergang wird der noch nahezu vollständig im Kernschatten der Erde eingetauchte Mond gegen 16:06 Uhr am Nordosthorizont aufsteigen. Nur bei sehr klarer Sicht ist dieses Phänomen zu beobachten. Von einem erhöhten Standort und bei exzellenter Horizontsicht könnten die untergehende Sonne und der aufgehende partiell verfinsterte Vollmond gleichzeitig sichtbar sein. Das wäre dann ein klassisches Lehrstück für die Wirkung der atmosphärische Refraktion: Die Brechung des Lichts beim Durchgang durch die Lufthülle unserer Erde führt zu einer Krümmung der Lichtstrahlen und einer scheinbaren Anhebung horizontnaher Objekte. Diese richtungsabhängige Lichtablenkung - von den Astromomen differenzielle Refraktion genannt - ist auch verantwortlich für die sicher von jedem schon einmal beobachtete elliptische Verzerrung der Sonnenscheibe am Horizont.
17:18 Uhr erfolgt der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten der Erde. Um 18:32 Uhr ist mit dem Austritt des Mondes aus dem Halbschatten die Finsternis zu Ende. Dieses Ereignis ist aber praktisch nicht sichtbar. An der Volkssternwarte Kirchheim wird das Ereignis mit einer Videokamera verfolgt. Die nächste totale Mondfinsternis wird erst am 15. April 2014 stattfinden.
Die Sternwarte in Kirchheim ist im Winterhalbjahr jeden Freitag von 19 bis 21 Uhr geöffnet, um allen interessierten Bürgern die Möglichkeit zu bieten, bei klarem Himmel unter fachkundiger Anleitung den Sternenhimmel zu beobachten. Für kurzfristige Anfragen erreichen sie die Sternwarte unter Tel. 036200/61741.
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