Corona-Krise lässt Nachfrage nach Hunden steigen

TASSO und VDH warnen vor „Wühltischwelpen“

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Mama ist die Beste – Welpen sollten nicht zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt werden: In der Regel nicht vor Ende der achten Lebenswoche. Kommt der Welpe aus dem Ausland, darf er nur mit gültiger Tollwutimpfung, also ab der 15. Lebenswoche, nach Deutschland verbracht werden.

© Foto: cp

(hak) - Die Corona-Krise und die damit verbundene vermehrte Zeit zu Hause durch Homeoffice oder Kurzarbeit hat die Nachfrage nach Heimtieren stark in die Höhe schnellen lassen. Katzen, Kleintiere und Hundewelpen sind gefragt wie nie. Diese Entwicklung beobachtet der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) mit Sorge: „Unsere Züchter können die Vielzahl der Anfragen nicht mehr bewältigen. Darunter befinden sich auch viele Menschen, die dem Wunsch nach Gesellschaft oder dem Drängen der Kinder unüberlegt nachgeben“, so Udo Kopernik, Pressesprecher des VDH.
Auch die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, verzeichnet einen überdurchschnittlichen Anstieg der Neuregistrierungen von Hunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wurden im Juni 2019 etwa 31.400 Hunde neu bei TASSO registriert, sind es in diesem Juni mehr als 39.000, das ist ein Zuwachs von rund 25 Prozent. Eine leichte Steigerung in den Registrierungszahlen ist nicht ungewöhnlich, da TASSO von Jahr zu Jahr wächst, doch diese liegt in der Regel etwa bei vier Prozent im Jahresschnitt.
Viele Interessierte erwerben Hunde derzeit vermehrt über das Internet. Die Inserate auf den Online-Plattformen haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, warnt: „Gerade der illegale Online-Welpenhandel boomt. Nachdem Mitte Juni die Grenzen wieder geöffnet wurden, können die meist aus Osteuropa stammenden Wühltischwelpen nun wieder nach Deutschland importiert und im Netz den oftmals arglosen Käufern angeboten werden. Fast alle Tiere sind krank, viel zu früh von der Mutter getrennt, ungeimpft und überleben häufig die ersten Lebensmonate nicht. Auch das Leid der Elterntiere ist unermesslich.“
Der Tierschützer weist darauf hin, dass Welpen nur mit einer gültigen Tollwut-Impfung, also erst mit Ablauf der 15. Lebenswoche, nach Deutschland verbracht werden dürfen und Händler über eine Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz verfügen müssen.
Die Entscheidung für die Anschaffung eines Haustieres will wohl überlegt sein und sollte nicht spontan oder aus einer Krisensituation heraus gefällt werden. „Einen Welpen aufzunehmen bedeutet Verantwortung und Kosten für 10 bis 15 Jahre“, gibt Udo Kopernik zu bedenken.
„Wir befürchten zudem, dass es nach dem Ende der Corona-Krise zu vermehrten Abgaben von unüberlegt angeschafften Hunden und anderen Haustieren in den Tierheimen und Rückgaben bei den Züchtern kommt“, warnt Mike Ruckelshaus. „Hunde leben länger als die derzeitige Krise dauern wird.“
Der VDH und TASSO raten deshalb allen Tierfreunden, die sich für einen Welpen interessieren, ihre Lebenspläne genau zu prüfen und sich danach, sollte die Wahl auf einen Rassehund fallen, am besten an einen seriösen Züchter zu wenden oder den Weg ins Tierheim zu wählen: Dort warten viele Hunde auf ein neues Zuhause – oft auch Rassehunde und Welpen.

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