Getrost und unverzagt?!

Umbau Diakonissenkrankenhaus

Eisenach - „Ich muss immer an den Spruch denken, den ich vor der Operation im Narkoseraum las!“, zitierte der einstige Rektor des Diakonissenhauses Höser eine Patientin im Buch „Wir wollen es fröhlich wagen".

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Das ehemalige Diakonissenkrankenhaus in der Goethestraße

© Foto: sj

Psalm 27,14 „sei getrost und unverzagt und harre des Herrn“ war eins der Trostworte des Hauses, die auf den Wänden zu lesen waren. Der jetzige Umbau des Hauses zum Mehrzweckgebäude förderte schemenhaft drei dieser Worte zutage hinter der Farbe der Nachwendejahre. Damals entstand ein neuer OP. Seit Gründung des St. Georg Klinikums, in das sich die Diakonissenhaus-Stiftung einbrachte, ist das leerstehende Gebäude „historisch“. „Zeitfenster in die Geschichte“ sind wünschenswert. Die Untere Denkmalbehörde hätte die Möglichkeit einer denkmalpflegerischen Teilunterschutzstellung - wenn der Bauherr daran Interesse hat. Ehe „getrost und unverzagt“ hätten geschützt werden können, waren sie weg. Aus historischer wie aus geistlicher Perspektive unverständlich. Doch kein Bedauern des Diako-Geschäftsführers Sven Kost, der den Entdecker der Bibelworte maßregelt, weil er das Gebäude betreten hat. Es gibt noch andere Fragwürdigkeiten rund um die Diako. So wirbt im Klinikum ein Imagefilm nicht mit den Traditionen der Eisenacher Krankenpflege, sondern mit der Scheinwelt „Dr. Kleist". Im Seniorenheim „Wartburgblick", könnte man ebenfalls meinen, es fehle an Sensibilität für die Werte, für die das Diakonissenhaus einst stand. Die Geschichte des Hauses interessiert nur peripher. Es wäre notwendig, Mitarbeiter und Leitung zu schulen. Der Umgang mit dem Psalm-Rudiment ist ein Zeichen für die Verantwortung, die die Geschäftsführung über das wirtschaftliche Florieren hinaus für ihr Erbe der geistlichen Werte trägt. Notwendig wäre eine Debatte über die Realität hinter den Leitbildern - und zwar ehe der Geist des Diakonissenhauses vollständig auf dem kleinen Schwesternfriedhof ruht. (Dr. Stefan Wolter)

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