Verschmutzung von Straßen: Verursacher haften

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Bei verschmutzten Straßen haftet der Verursacher.

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Holzminden (ozm) - Das Frühjahr naht und damit sind auch die land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeuge wieder stärker unterwegs. Um an ihre zu bewirtschaftenden Felder zu kommen, befahren Land- und Forstwirte auch öffentliche Straßen. Mit sichtbaren Folgen, wie die Straßenmeistereien im Landkreis immer wieder feststellen können. Denn von den matschigen Profilen der schweren Fahrzeuge findet sich hinterher so allerlei auf den Fahrbahnen wieder. Doch die Beseitigung solcher Spuren ist nicht Sache der öffentlichen Hand, sondern der Verursacher. Und auch bei eventuellen Unfällen haften diejenigen, die für die Verschmutzung auf der Straße gesorgt haben.
Wenn Dünger auf die Felder gebracht, Gülle verteilt oder Substrat aus den Biogasanlagen ausgebracht wird, ist das nicht selten auch den Straßen sichtbar, weil die Felder immer noch feucht von den Niederschlägen der letzten Zeit sind. Eben diese Verschmutzung stellt für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar und muss deshalb umgehend beseitigt werden. Wo das nicht sofort erfolgen kann, müssen entsprechende Schilder auf die Gefahr hinweisen. Und zwar beides durch die Verursacher - und nicht durch die Straßenmeistereien.
„Wir haben bereits voriges Jahr über die Landwirtschaftskammer und Forstämter, aber auch direkt bekannte Fuhrunternehmen, landwirtschaftliche Unternehmen und Dienstleister angesprochen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen“, erklärt Jürgen Twele, Bereichsleiter der Straßenmeisterei im Landkreis Holzminden. Das sei auch angekommen und gut angenommen worden.
In der neuen Saison jedoch müsse offenbar wieder daran erinnert werden. Denn in den letzten Monaten haben sich die nächtlichen Einsätze von Mitarbeitenden der Straßenmeisterei, die von Leitstelle oder Polizeistreifendiensten wegen stark verschmutzter Fahrbahnen verständigt worden sind, wieder gehäuft. „Diese Einsätze müssen wir den Verursachern natürlich in Rechnung stellen“, macht Twele deutlich.
Mehr noch als der anfallende Säuberungsaufwand stören den Leiter der Straßenmeisterei die erhöhte Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer. „Solange die Straßen noch trocken sind, mag das noch angehen, weil der Dreck sich plattfährt und es für Autofahrer nur etwas ruckelig wird“, sagt Twele. Wenn aber Regen auf diese Flächen falle, werde aus der Fahr- leicht eine Rutschbahn für alle Verkehrsteilnehmer und könne zu schweren Unfällen führen. „Wir stehen gerade am Beginn der Zweiradsaison, da sollte ganz besonders darauf geachtet werden, dass nur aus Zeitmangel und Bequemlichkeit keine gefährlichen Situationen geschaffen werden.“