„pèlerinages“ Kunstfest Weimar

Von Cherkaoui bis Wilson, alle kommen sie zur „Anrufung“

Weimar (Kunstfest/csh) – „Anrufung“ („Invocation“), so das diesjährige Motto des „pèlerinages“ Kunstfestes Weimar. Der Leitsatz wurde nach einem Klavierstück des religiösen Musikers Franz Liszt gewählt. Zu den reichlich gebotenen Höhepunkten werden, wie in jedem Jahr, Kulturinteressierte und Neugierige aus aller Welt erwartet, um internationale Künstler zu erleben. Musik, Tanz und Ausstellungen bietet das Kunstfest, diesmal in einem etwas verkürzten Zeitraum, vom 24. August bis 9. September.

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"Via Crucis" von Robert Wilson (Regisseur, Lichtdesigner und Bühnenmagier)

© Motiv: Robert Wilson

Es sind internationale Künstler nach Weimar eingeladen, wie der amerikanische Regisseur, Lichtdesigner und Bühnenmagier Robert Wilson. Seine Inszenierung wird das Glanzstück des Kunstfestsommers sein. Kürzlich schon gab er Einblicke in die Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar, bei der im Rahmen einer Gastprofessur, Franz Liszts „Via Crucis“ inszeniert wird. Dieses moderne Spätwerk Liszts wird er in semesterübergreifenden Workshops mit Studenten erarbeiten. Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT ist musikalisch in dieses spektakuläre Projekt eingebunden. Die Premiere wird am 1. September in der Viehauktionshalle stattfinden.

Das Streichquartett „Quatuor Diotima“ ist in diesem Jahr „Artist in residence“. Mit allen komplizierten Spieltechniken der Avantgarde vertraut, besitzt dieses französische Quartett eine internationale Spitzenposition. Zum vielfältigen Repertoire, gehören späte Beethoven-Quartette, die für Weimars „pèlerinages“ Kunstfest ausgewählt wurden. Sie sind vom 2. - 7. September an verschiedenen Orten zu hören und zu sehen.

Die Pianisten Igor Levit und Herbert Schuch spielen Werke von Franz Liszt. An Goethes 263. Geburtstag wird Murnaus Stummfilm „Faust“ mit neuer Musik erklingen („Faust/Klang“ von Tobias Schwencke). Zum 100. Geburtstag des amerikanischen Komponisten John Cage wird ein Cage-Projekt (Musik und experimenteller Tanz) entstehen.

 

 

Zwei große und international erfolgreiche Choreographen konnte das Kunstfest für das Tanztheater gewinnen. Sidi Larbi Cherkaoui, der sich in seinen Tanzprojekt „Babel“, am 8. September im Deutschen Nationaltheater Weimar, den Weltreligionen und Weltkulturen widmet und Akram Khan der in „Gnosi“ („Erkenntnis“) gegensätzliche Bewusstseinswelten, am 25. August in der Weimarhalle, erkundet. Beide Choreografien entsprechen dem Kunstfestmotto „Anrufung“ und werden als märchenhaft und innovativ beschrieben.

Aus dem Kunstmuseum in Liechtenstein kommt 2012 eine große Ausstellung ins Neue Museum Weimar. Sie beschäftigt sich mit „Arte povera“, einer subversiven Kunstströmung der 1960/1970er Jahre. „Arme“ Materialien verwendet und in aussagekräftige Kunstwerke gewandelt. So sind zum Beispiel Holz, Lehm, Fett und Draht der Ursprung der Verwandlungen. Diese verschoben mit stilistischer Freiheit die Grenzen zwischen Kunst und Leben und nahmen somit Einfluss auf die zeitgenössische Kunst.

Der Kartenvorverkauf ist im vollen Gange! Eine telefonische Bestellung kann unter (0 36 43) 745 745 oder (01 80 5) 055 505 (0,14 €/Min.) erfolgen, sowie über www.kunstfest-weimar.de und bei der Tourist-Information Weimar, Markt 10.