Leuchtenburg zeigt Funde der Wanli-Expedition

Weißes Gold vom Meeresgrund

Seitenroda (sho) - Mehr als 400 Jahre lag es auf dem Meeresgrund, nun ist es in 427 Metern Höhe auf der Leuchtenburg ausgestellt - Porzellan aus der Ming-Dynastie unter Kaiser Wanli. Zu sehen sind die wertvollen archäologischen Funde in der ersten Sonderausstellung der Porzellanwelten. Eröffnet wurde die Schau „Weißes Gold vom Meeresgrund. Die Wanli Expedition“ unter anderem von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU).

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Nikolaus Graf Sandizell, CEO von Arqueonautas, mit Wanli-Porzellan.

© Foto: sho

Die Ausstellung widmet sich den Themen Welthandel um 1600, Porzellan als Handelsgut sowie Marine-Archäologie. Ausgestellt sind u.a. aus Schiffwracks gehobene Münzen. Zudem dokumentiert die Schau den Fund und die geplante Bergung eines Wracks in den Gewässern vor Java. Auf einem gesunkenen portugiesischen Handelsschiff aus dem 16. Jahrhundert wurden 700.000 Porzellanstücke aus der Ming-Dynastie gefunden - der größte Fund seiner Art weltweit.

Im Jahr 2009 stießen einheimische Fischer auf die Überreste des chinesischen Schiffes. Es liegt 150 Kilometer vor der Küste Indonesiens in 60 Metern Tiefe. Bei ersten Testgrabungen des Unternehmen Arqueonautas offenbarten sich die gigantischen Ausmaße des Frachtgutes. Verstreut auf einer Fläche von 48 Metern Länge und 23 Metern Breite warten blau-weiß dekorierte Schüsseln, Teller, Platten und Vasen aus der Zeit um 1580 auf Bergung. Arqueonautas hofft, noch im Jahr 2012 die Expedition Wanli starten zu können. Dann wird sich auch die Ausstellung auf der Leuchtenburg wandeln. „Sobald die Bergung losgeht, werden wir in dieser Ausstellung davon berichten“, sagte Sven-Erik Hitzer, Vorstand der Stiftung Leuchtenburg. Der Gründer und CEO von Arqueonautas Nikolaus Graf Sandizell ergänzte: „Ich hoffe, dass wir mit dem Erfolg unserer Arbeit über viele Jahr hinweg diese Ausstellung lebendig halten können“.

Seit 1995 engagiert sich das portugiesische Unternehmen Arqueonautas für den Schutz des maritimen Weltkulturerbes und die Bergung historischer Ladungen und Artefakte. Über 300 Schiffwracks haben die Taucher bisher gefunden. Geborgen werden konnten 15 Wracks auf 3 Kontinenten.

Parallel zur Ausstellungseröffnung wurde auf der Leuchtenburg das neue Besucherzentrum eingeweiht. Informationen, Tickets, Leckeres für den ersten Hunger, einen Burgshop sowie Toiletten sind hier untergebracht. Der Neubau setzt einen modernen Akzent an historischer Stelle. Bis 1920 war der Platz stets bebaut: im 16. Jahrhundert mit einem wehrhaftem Zeughaus und zuletzt mit einem herzoglichen Pavillon.