Jena (sho) - Als „Welthauptstadt der Kunst" galt Paris um 1900. In dieser Zeit sind Werke entstanden, die heute zu den weltweit am meisten bewunderten Kunstwerken gehören. Einige dieser Werke sind in der Ausstellung „Von Renoir bis Picasso. Künstler der École de Paris" zu sehen, die bis zum 4. März 2012 in der Kunstsammlung Jena gezeigt wird.
„Die Schau gibt einen umfassenden Überblick über Vielfalt und Reichtum der Kunstszene in Paris in den Jahrzehnten vor und nach 1900", sagte Kurator Erik Stephan. Zu jener Zeit hatten sich bildende Künstler aus zahlreichen Ländern in der Hauptstadt Frankreichs versammelt und gemeinsam mit französischen Malern die wesentlichen Stilrichtungen der künstlerischen Moderne entwickelt - begonnen beim Impressionismus über den Fauvismus bis zum Kubismus. Das alles spielte sich in den legendären Pariser Künstlerbezirken Montmartre und Montparnasse ab.
Ausgestellt im Stadtmuseum sind 96 Gemälde und Zeichnungen, die die Entwicklung dieser künstlerischen Richtungen dokumentieren. Auguste Renoirs „Fische" können begutachtet werden, Arbeiten von Marc Chagall, Picasso-Zeichnungen, aber auch Werke von Auguste Chabaudoder, Moïse Kisling und anderen Künstlern der „École de Paris", die hierzulande weniger bekannt sind. Die „École de Paris" steht somit also nicht für eine einheitliche Stilrichtung. Sie bezeichnet die Gesamtheit der in Paris beheimateten Kunstszene. Von den Motiven her begegnet der Betrachter den Facetten von Paris, wie sie die Künstler erlebten. Dargestellt ist da unter anderem das bunte, quirlige und vielfältige Nachtleben in den großen Tanzsälen wie dem Moulin Rouge.
Die Werke stammen allesamt aus der Sammlung des Petit Palais in Genf - eine der größten Privatsammlungen im Hinblick auf die französische Malerei um 1900. Begründet wurde sie von dem Unternehmer und Kunstsammler Oscar Ghez. Er sammelte in mehr als 30 Jahren über 5.000 Kunstwerke. Der derzeit im Stadtmuseum beheimateten kleine Teil dieser großen Sammlung kann begutachtet werden Dienstag, Mittwoch und Freitag 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 15 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr.
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