Wartburgkreis (sj) - Für die Neufestsetzung der Grenzwerte bei der Einleitung von Abwässern der Kali-Industrie in die Werra besteht die LINKE auf wissenschaftlichen Untersuchungen.
„Wir haben die Landesregierung immer wieder dazu aufgefordert, aber unsere Anträge wurden abgelehnt“, sagt die Umweltpolitikerin im Landtag Katja Wolf. Sie sei froh über die Promotion der Diplombiologin Marit Wagler an der Humboldt-Uni Berlin zu den Auswirkungen von Kaliabwässern auf Fische in der Werra. Die LINKE erhoffe sich, über den Weg einer Promotion „zu deutlich klareren Aussagen zur Umweltbelastung der Werra durch die Einleitung von Kalilauge“ zu kommen. Frau Wagler wird vor allem sensible Lebensstadien von Fischen in dem betroffenen Teil der Werra untersuchen und sich dabei auf drei Fische konzentrieren. „Durch die Einleitung der Kali-Abwässer kommt es zur stark verarmten Artenvielfalt. Das Kalzium-Magnesium-Verhältnis und die erhöhte Kaliumbelastung sind ökologisch äußerst bedenklich“, so die Diplombiologin, die mit ersten Ergebnissen ihrer Arbeit bis Endes des Jahres rechnet. Es bestehe die Vermutung, dass auch die Reproduktion vieler Fischarten durch die Salzgehalte erheblich beeinträchtigt sei. Dass die dringend notwendige Herabsetzung der Grenzwerte, die eigentlich bis Ende des Jahres erfolgen muss, durch die Landesregierungen von Thüringen und Hessen verzögert wird, befürchtet MdL Tilo Kummer. Anderseits aber müsse auch entsprechend der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie dringend gehandelt werden.