Eisenach (sj) - Hallo: Herr Walk, wir beendeten das Gespräch letzte Woche damit, dass Sie 1996 in die Wartburgstadt kamen. In welcher Funktion?
Die Versetzung zur Polizeiinspektion Eisenach 1996 war ein echter Glücksfall. Bis zum Jahr 2002 war ich hier als Dienststellenleiter verantwortlich. Eine besonders prägende Zeit, die mir noch heute zugute kommt.
Ich erinnere mich gern an die ersten Tage. Übrigens noch in der alten "Bruchbude" in der August-Bebel-Straße. Die Rahmenbedingungen - der bauliche Zustand - waren mehr als schlecht. Dafür waren die Mitarbeiter „Klasse". Aufgeschlossen, interessiert und freundlich. So stelle ich mir eine moderne Polizei vor.
Hallo: Gibt es besondere Eckpunkte, auf die Sie gerne zurückblicken und die bis in die Gegenwart Bestand haben?
"Die Polizei - also wir - sind für den Bürger da - und nicht umgekehrt!", lautete ein Kernsatz. Gemeinsam haben wir vieles auf den Weg gebracht: Ob Treff Sicherheit (den gibt es heute noch) mit OB Dr. Brodhun, den Runden Tisch gegen Gewalt mit Jugendpfarrer Christhard Wagner (inzwischen Beauftragter der ev. Kirche bei der Thüringer Landeregierung) oder verschiedene Präventions- oder Schulprojekte. Die Idee des Einsatzes von Präventionsbeamten/-beamtinnen haben wir in Eisenach entwickelt. Unser Bestreben war es, die Polizei zu öffnen, sich positiv einzumischen, nicht zu warten, bis Straftaten oder Unfälle geschehen. Erste gemeinsame Streifen mit der Stadtverwaltung/Ordnungsamt waren damals keine Selbstverständlichkeit. Von den vielen größeren Einsätzen greife ich vielleicht doch nur den Höhepunkt auf: Bill Clinton und Helmut Kohl 1997 in Eisenach. Alles lief gut - viel Lob für die Eisenacher Polizei.
Hallo: Sie kehrten aber den Eisenachern wieder den Rücken. Warum?
Nein, ich kehrte Eisenach nicht den Rücken, ich wurde als Beamter versetzt. Mein Tätigkeitsfeld veränderte sich erneut, sowohl die Herausforderung als auch die Anforderungen wurden größer.
Als Behördenleiter war ich von 2002 - 2007 in der Polizeidirektion Gotha im Amt. Anschließend in gleicher Funktion in der Landeshauptstadt bis 2008. Ca. 1.000 Mitarbeiter zählten zur Mannschaft - eine echte Herausforderung.
Hallo: Und nun doch wieder Eisenach?
Ja. Und das mit Begeisterung! Eisenach hat zu bieten, was eine aufstrebende Stadt kennzeichnet: Aufgeschlossene Menschen, kulturellen Reichtum mit dem Alleinstellungsmerkmal Weltkulturerbe Wartburg, Luther, Bach, Heilige Elisabeth, Telemann, Fritz Reuter, Abbe und noch vieles andere in Sachen Kultur; Wirtschaftskraft, sehr gute Verkehrsanbindungen und eine herrliche Natur. Auch die demografischen Daten sind für Thüringer Verhältnisse positiv. Eisenach ist attraktiv, verfügt über hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität und hat echtes Zukunftspotenzial. Die Eisenacher sind zu recht stolz auf ihre Stadt.
Hallo: Herr Walk, Sie schwärmen ja richtig!
Ja, Eisenach ist eine Perle - allerdings eine Perle, die aufpoliert werden muss. Ich bin fest davon überzeugt, dass es sich lohnt, sich mit allen Kräften für diese Stadt einzusetzen.
Hallo: Herr Walk, ich bedanke mich für das Gespräch, für das ich wiederum um eine Fortsetzung bitte. (Lesen Sie in der nächsten Ausgabe weiter.)
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