Erfurter Oberbürgermeister Bausewein neuer Landeschef

Nach Wahlschlappe Führungswechsel bei der Thüringer SPD

Erfurt (AFP) - Nach der Wahlschlappe für die SPD bei der Thüringer Landtagswahl wird es einen Führungswechsel an der Parteispitze geben. Der amtierende SPD-Landeschef Christoph Matschie kündigte nach einer Gremiensitzung in Erfurt an, dass er bei der Neuwahl des Landesvorstands im Oktober nicht wieder kandidieren werde. Neuer Landesvorsitzender soll der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein werden. Das hätten die Spitzengremien der Partei einmütig vorgeschlagen. Der 41-jährige Bausewein soll demnach für die SPD auch die anstehenden Sondierungsgespräche mit Linken und Grünen sowie der CDU leiten.

Bausewein wird neuer SPD-Chef in Thüringen Bild anzeigen Bausewein wird neuer SPD-Chef in Thüringen © AFP

Die SPD hatte bei der Wahl am Sonntag große Verluste erlitten und war auf 12,4 Prozent abgerutscht. Dennoch könnte sie weiter regieren. Möglich ist ein rot-rot-grünes Bündnis, wobei die Linkspartei dann erstmals einen Ministerpräsidenten stellen würde. Die andere Option ist eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition.

Bausewein ist seit 2006 Erfurter Oberbürgermeister. Der Elektroinstallateur und Diplompädagoge war von 1995 bis 2004 Landesvorsitzender der Jusos Thüringen und saß von 2004 bis 2006 im Landtag. Er gehörte bereits nach der Landtagswahl 2009 zu den Befürwortern einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Damals scheiterten die Sondierungen allerdings.

Bausewein sagte, er wolle die bevorstehenden Gespräche "völlig offen" führen. Ziel sei eine "stabile, handlungsfähige Regierung". Zugleich lehnte er ein mögliches Ministeramt ab.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte sich zuvor erneut für eine Fortsetzung der Koalition mit der SPD ausgesprochen. Sie will außerdem mit den Grünen sprechen.

Der Landesvorstand der Thüringer Linken beschloss unterdessen einstimmig, SPD und Grüne zu Sondierungen über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Landesregierung einzuladen. Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow erklärte, ein erstes gemeinsames Gespräch solle es noch in dieser Woche geben.